Rechtspädagogik an Schulen

Bildungsminister Steffen Reiche eröffnete heute in Potsdam die 2. Fachtagung zum Thema Rechtspädagogik in Brandenburg. Während des viertägigen Symposiums, erörtern Experten aus Politik und Gesellschaft in Vorträgen, Diskussionen und Workshops wie ein größeres Rechtsbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen vermittelt werden kann. Ziel ist es, ein allgemeines Grundkonzept für Maßnahmen zu erarbeiten, mit denen Erzieher, Lehrer und Eltern bei Kindern verstärkt das Bewusstsein für Recht, Toleranz und demokratisches Verhalten fördern können.

02.09.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Im Folgenden Ausschnitte aus der Eröffnungsrede von Bildungsminister Reiche: "Rechtspädagogik und damit Kriminalprävention sollen in Familie, Kindergarten, Schule und der beruflichen Ausbildung etabliert werden. In der Schule beginnt dies bereits in der Grundschule. Im Unterricht des Faches Politische Bildung in der Sekundarstufe kommen Kenntnisse der bürgerlichen Rechte und der rechtlichen Bindungen staatlicher Gewalten besondere Bedeutung zu. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass rechtliche Regelungen ihr Alltagshandeln auf Schritt und Tritt bestimmen. Dazu werden ihnen unterschiedliche Arten des Rechts verdeutlicht und seine allgemeine Funktion vor allem die Ordnungs- und Schutzfunktionen erläutert. Diese sollen in erster Linie am Beispiel des Jugendstrafrechts geschehen, weil es der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler am nächsten kommen. In der Gymnasialen Oberstufe gibt es ein separates Fach Recht. Im Hinblick auf aktuelle und wechselnde gesellschaftliche Phänomene und Probleme, wie Gewaltbereitschaft, Rechtsextremismus und Suchtproblemen, sollen Schulen darauf vorbereit sein, aktiv zu reagieren. Das darf allerdings nicht darauf hinauslaufen, dass die Institution Schule für die Lösung all dieser Probleme verantwortlich gemacht wird oder selbst diese Verantwortung an sich zieht. Dies würde die Schule überfordern, weil sie die gesellschaftlichen Voraussetzungen, auf denen solche Entwicklungen beruhen, nur zu einem geringen Teil verändern kann. Eine Handreichung für die Lehrkräfte zur 'Schulischen Prävention' wird derzeit erarbeitet und soll ihnen konkrete Anregungen für gemeinsame Bemühungen von Schule, Eltern, Polizei und anderen Experten geben."


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