Sprachtests für Vierjährige

"Die Erfahrungen mit dem ersten Durchlauf der Sprachtests für Vierjährige haben gezeigt, dass das Verfahren dringend vereinfacht werden müsste", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Der VBE hält es nach wie vor nicht für sinnvoll, alle vierjährigen Kinder in den Test zu schicken."

10.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Erzieherinnen und Erzieher in den Tageseinrichtungen könnten bereits vorher entscheiden, welche Kinder sich auf keinen Fall dem Test unterziehen müssen. Da sie die Kinder jeden Tag hautnah erleben, sind sie auch in der Lage zu erkennen, welche Kinder keinen Förderbedarf haben werden. Unsere Rückmeldungen zeigen darüber hianus, dass sich die Ergebnisse der Tests weitgehend mit der vorherigen Einschätzung der Erzieherinnen und Erzieher decken. Erkennt im Umkehrschluss eine Erzieherin bei einem Kind sprachlichen Förderbedarf und stimmen die Eltern der Förderung problemlos zu, könnte auch ein solches Kind vom Sprachtest befreit werden.

"Diese Erkenntnisse aus dem Vorfeld einzubeziehen, würde schon manches vereinfachen", so Beckmann weiter. "Letzten Endes sind die Erzieherinnen und nicht die Grundschullehrerinnen und -lehrer mit dieser Altersgruppe intensiv beschäftigt. Ihrem Urteil sollte man trauen."

Lehren müsste die Landesregierung auch aus dem zum Teil chaotischen Ablauf der ersten Testphase ziehen. Materialien sind zum Teil zu spät oder unvollständig an den Schulen angekommen, Unterrichtsausfall wurde in Kauf genommen, die individuelle Förderung fiel teilweise unter den Tisch.

"Der VBE hält Sprachtests und die folgende Förderung nach wie vor für sinnvoll", so Beckmann abschließend. "Wir wünschen uns aber, dass das nächste Verfahren geordneter und weniger bürokratisch abläuft und darüber hinaus mit weniger Belastungen für die Grundschulseite verbunden ist."


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