Streit um Ein-Euro-Jobs im Erziehungsbereich

(bikl) Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann will an Schulen und Kindertagesstätten Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitlose schaffen. Das berichtete heute der NDR. Gerade Schulen und Kitas, so Busemann, könnten Unterstützung durch zusätzliche Kräfte gut gebrauchen

25.01.2005 Artikel

"Die angedachten zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten dürften jedoch "weder reguläre Arbeitskräfte verdrängen noch die Qualität der pädagogischen Arbeit beeinträchtigen", wird der CDU-Politiker zitiert. Daher, so heißt es in der Meldung weiter, sollten die Ein-Euro-Kräfte vorwiegend etwa als Pausenaufsicht oder für die Wartung von Geräten eingesetzt werden. In Frage kämen alle Tätigkeiten, mit denen Lehrkräfte von Arbeiten außerhalb ihrer pädagogischen Aufgabenstellung entlastet würden und damit mehr Zeit für den Unterricht gewönnen. "Lehrer light" solle es laut Busemann nicht geben.

Der Minister präsentierte folgendes Rechenexempel: Bei einer Gesamtzahl von rund 185.000 Beziehern von Arbeitslosenhilfe im Oktober 2004 in Niedersachsen erscheine es realistisch, jetzt landesweit mindestens 20.000 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitsuchende mit unterschiedlichen Qualifikationen einzurichten. Hierbei, so Busemann, könnten sich Schulen und Kindertagesstätten "entscheidend einbringen".

Sie lehne den den Einsatz von Personal an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen auf 1-Euro-Job-Basis entschieden ab, erklärte ebenfalls heute die niedersächsische Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Betreuung, Erziehung und Pflege von Kindern und Jugendlichen, so die GEW, erfordere ein hoch qualifiziertes und eingearbeitetes Personal. Dabei müssten Schülerinnen und Schüler stabile Beziehungen zu den in den Schulen beschäftigten Personen aufbauen können. Dies könnten Beschäftigte, die für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden, nicht.

Der Einsatz dieses Personal, so die GEW weiter, nütze daher weder den Schülerinnen und Schülern noch dem Personal selber, da dieses nach Ablauf der Maßnahme in der Regel nicht in den regulären Arbeitsmarkt eingegliedert werde. Sie forderte das Kultusministerium auf, dafür zu sorgen, dass 1-Euro-Jobs an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen weder angefordert noch zugelassen werden.


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