Top-Betreuung: Vorbild Düsseldorf
Bundesländer und Kommunen starten mit dem Ausbau der Betreuungsangebote für die unter Dreijährigen, den der Bund mit dem Tagesbetreuungsausbaugesetz seit Anfang 2005 voranbringt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hebt dabei die Stadt Düsseldorf als erste Vorreiter-Kommune hervor. Bis Herbst 2008 will Düsseldorf das Angebot für die Kleinsten von derzeit 6,3 Prozent auf 15,4 Prozent steigern und dafür rund 1.100 neue Betreuungsplätze für unter Dreijährige schaffen.
06.04.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend"Gute Kinderbetreuung ist eine wichtige Voraussetzung für mehr Familienfreundlichkeit in Deutschland", erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt: "In Düsseldorf hat man erkannt: Wo Beruf und Familie vereinbar sind, geht es Familien gut. Die Stadt setzt auf mehr und bessere Kinderbetreuung und nimmt dafür Geld in die Hand." Düsseldorf setzt auf ein Mischangebot: Die Plätze in Tageseinrichtungen, d. h. in Kinderkrippen, sollen fast verdoppelt werden, die Zahl der Betreuungsplätze für Spielgruppen soll verfünffacht und die der vermittelten Tagespflegeverhältnisse fast verdreifacht werden. Tagesmütter oder -väter werden begleitend beraten und qualifiziert. Rat suchende Eltern in Düsseldorf finden unter www.duesseldorf.de/jugendamt/hilfen/index.shtml Informationen zur Tagespflege sowie zu den Kindertageseinrichtungen.
Bundesministerin Renate Schmidt wies daraufhin, dass insbesondere die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Ausbau der Kinderbetreuung gezielt angehen. So hat sich Rheinland-Pfalz zum Ziel gesetzt, ab dem Jahr 2010 allen Zweijährigen einen Kindergartenplatz zu garantieren. Nordrhein-Westfalen will in den nächsten fünf Jahren die Plätze für die unter Dreijährigen verdoppeln. "Ich freue mich über das Engagement von Ländern, Kommunen und auch der Wirtschaft. Immer mehr sehen: Eine gute Betreuung und Förderung der Kleinsten ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", so die Bundesfamilienministerin.
DIW bestätigt Vorrang für Betreuung in der Familienpolitik
In seinem aktuellen Wochenbericht bestätigt auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) den hohen Stellenwert von Kinderbetreuung in der Familienpolitik. Das DIW Berlin hat auf der Basis von Mikrodaten, die eine bessere Abschätzung aufgrund individueller Bedarfslagen ermöglichen, neue Berechnungen durchgeführt, die zeigen, dass 250.000 Plätze für unter Dreijährige benötigt werden (www.diw.de). Diese Berechnung stützt die Bedarfseinschätzung der Bundesregierung, die im Tagesbetreuungsausbaugesetz zugrunde gelegt werden. Bis zum Jahr 2010 sollen in einem ersten Schritt 230.000 zusätzliche Plätze in Kitas, Krippen oder bei Tagesmüttern und Tagesvätern eingerichtet werden. Dafür entlastet der Bund ab 2005 jährlich die Kommunen um 1,5 Mrd. Euro aus der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe.
"Das DIW bestätigt in seinem Bericht unsere Zielsetzung bis 2010: Wir wollen erreichen, dass es eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung gibt. Der Bund trägt dabei den Löwenanteil der Kosten für die neuen Plätze", sagte Bundesministerin Renate Schmidt. Immer mehr Kommunen verstärken ihr Engagement beim Ausbau der Betreuung. Renate Schmidt wird am 19. Mai 2005 auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund unter dem Motto "Gemeinden sagen Ja zu Kindern" für mehr Kinderbetreuung und Lokale Bündnisse für Familie werben.
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