Trotz Anmelderekord: Jedes Kind erhält einen Vorschulplatz
Im Schuljahr 2011/12 erhält erstmalig jedes Kind, das von seinen Eltern angemeldet wurde, einen Platz in einer Vorschulklasse. Für das Schuljahr 2011/12 wurden 8030 Kinder angemeldet. Insgesamt richtet die Behörde für sie 392 Vorschulklassen ein. Dies sind 43 Klassen mehr als im laufenden Schuljahr 2010/11.
07.04.2011 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Bildungssenator Ties Rabe: "In den Vorschulklassen werden die Kinder optimal auf den Besuch der Grundschule vorbereitet. Der Senat und ich haben uns daher entschieden, trotz des Anmelderekords allen Familien diese Möglichkeit zu geben und die Maßnahmen dafür zu treffen, dass jedes Kind einen Platz erhält."
Die Zahl der Anmeldungen für den Besuch einer Vorschulklasse ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Für das aktuelle Schuljahr waren 7559 Kinder angemeldet worden, im Jahr davor 6825.
In den weitaus meisten Fällen erhalten die Eltern einen Platz an ihrer Wunschschule. Wo dies nicht möglich sein sollte, bietet die Behörde für Schule und Berufsbildung einen Platz an einer anderen, nahe gelegenen Grundschule an. Der Richtwert für die Klassengröße beträgt 19 Kinder an Schulen mit Sozialindex 1 und 2 sowie 23 Kinder an Schulen mit Sozialindex 3 bis 6.
An vielen Schulen sind ausreichende Raumkapazitäten für die Einrichtung der Vorschulklassen vorhanden. An neun Standorten werden zusätzlich mobile Klassenräume als Übergangslösung aufgestellt. Bei Ausbaumaßnahmen oder Neubauten an Grundschulen soll zukünftig der Raumbedarf für Vorschulklassen mit berücksichtigt werden.
Viele Eltern wurden bereits Anfang des Jahres von den Schulen benachrichtigt, dass ihr Kind einen Platz an der Wunschschule hat. Alle anderen Eltern erhielten einen Zwischenbescheid darüber, dass die Organisation zur Einrichtung von weiteren regionalen Vorschulklassen noch andauere. In Kürze erhalten auch diese Eltern Bescheid, dass und an welcher Schule ihr Kind einen Platz bekommen kann.
Ob ein Kind einen Platz an der Wunschschule der Eltern erhält, entscheidet sich nach fast den gleichen Kriterien, die auch für die 1. Klasse der Grundschule angewendet werden. Dies sind zunächst Härtefälle und Kinder, die dringend Deutsch lernen müssen, um im darauffolgenden Jahr erfolgreich im Unterricht mitarbeiten zu können. Danach folgen Schülerinnen und Schüler, die Geschwister haben, welche bereits die gewünschte Grundschule besuchen und im Fall der Aufnahme des Kindes im Schuljahr auch an der Schule verbleiben. Das folgende Kriterium ist die Schulweglänge (Entfernung zwischen Wohnort und Schule).
Die ersten Vorschulklassen wurden in Hamburg 1970 eingerichtet. Als Einrichtung der Grundschule bereiten sie die Kinder im Jahr vor der Einschulung auf eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht vor und arbeiten daher eng mit dem Grundschulkollegium zusammen. Geleitet werden die Vorschulklassen von akademisch ausgebildeten Sozialpädagoginnen und Pädagogen. Ihr besonderer Fokus liegt auf der Sprachentwicklung der Kinder. Bei erhöhtem Förderbedarf werden diese durch eine gezielte diagnosegestützte Sprachförderung auf die späteren Anforderungen der Schule vorbereitet.
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