VBE: Kein Verständnis für Rückschritt in der Erziehungsarbeit

Gerade hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) den Orientierungsplan in den Kindergärten noch als wichtigen Schritt in die Zukunft gelobt, schon erweist sich dieses Lob als verfrüht. Seit Herbst 2005 ist der Orientierungsplan in den Kindergärten bekannt, in vielen wurde er seit dieser Zeit angewendet. Nun, Herbst 2009, reiben sich die Erzieher/innen verwundert die Augen: Die Städte und Gemeinden, vertreten durch den Städtetag zeigen der Landesregierung die rote Karte. Damit schickt die Spitzenorganisation die Kindergärten und Erzieherinnen auf das Abstellgleis.

06.10.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Dies ist, wie die Referatsleiterin "Grundschule" im VBE Südbaden, Ingrid Furrer (Schwanau) meint, aus finanziellen Gründen angesichts der klammen Haushalte der Gemeinden zwar nachzuvollziehen, dass aber das Stopp-Signal vom Städtetag so spät komme, sei ärgerlich und an der Basis kaum zu verstehen. Für die Bedeutung der Arbeit an Kindern sei diese Haltung ein Skandal.

Immerhin geht es um 650 Millionen EURO. Das Land hatte 2005 unter Ausschluss des Konnexitätsprinzips ("Wer bestellt, der bezahlt") vorausgesetzt, dass die Kommunen die Zeche übernehmen. Wie sich nun herausstellt ist dem nicht so, denn der Städtetag droht dem Land mit einer Verfassungsklage.

Der Orientierungsplan bringt bei korrekter Anwendung für die Kinder Verbesserungen, die einerseits die Erziehungsarbeit im Elementarbereich betreffen, andererseits aber auch, um einen reibungslosen Übergang auf hohem Niveau zur Grundschule zu gewährleisten. Deshalb fordert Furrer Land und Städtetag auf, nach am Kind orientierten finanziellen Lösungen zu suchen, die die Entwicklung der Kinder positiv beeinflusst. Die wichtige Bedeutung unserer Kinder darf nicht erst in den weiterführenden Schulen wahrgenommen werden, wo für teures Geld versucht wird auszubügeln, was nicht entstanden wäre, hätte man schon früher sinnvoll investiert.

Wenn das Land den Kommunen mit der flächendeckenden Einführung des Orientierungsplans Aufgaben übertrage, müsse es zumindest Wege zur Finanzierung suchen und deshalb auch für die zu tätigenden Investitionen aufkommen, so der VBE.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden