VBE unterstützt Oettingers Bemühen, die Bildung und Erziehung von "Vorschülern" aufzuwerten

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg bestärkt Oettinger in seinem Bemühen, mit der Verbesserung von Bildung und Er­ziehung bei den Jüngsten anzufangen. Schon seit 2005 fordert der VBE ein verpflichtendes "Basisjahr" für Fünfjährige, das im Verantwortungsbe­reich der Grundschule anzusiedeln ist.

12.08.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Dieses neue, gemeinsam von Kindertageseinrichtung und Grundschule getrage­ne Basisjahr soll nach Auffassung des VBE für alle Kinder ab dem 5. Lebensjahr verpflichtend werden. Es garantiert die notwendige Zeit für Diagnose und För­derung und ermöglicht begabungsgerechtes und integratives Lernen, auch unter dem Aspekt der besonderen Förderung von Kindern aus Ausländerfamilien.

Das Basisjahr soll von Erzieherinnen und Grundschullehrkräften in Verantwor­tung der Grundschule gestaltet werden. Damit entsteht eine Grundlage für die Erstellung individueller, auf die Stärken und Schwächen des einzelnen Kindes abgestimmter Förder- und Trainingsprogramme, die ständig weiter zu entwi­ckeln und zu evaluieren sind.

Das in Baden-Württemberg eingeführte Modell "Schulanfang auf neuen Wegen" ist nach Auffassung des VBE richtungsweisend. Fehlende Ressourcen zur Indi­vidualförderung und Kleingruppenbildung lassen jedoch Zweifel an der Ernst­haftigkeit des politischen Willens aufkommen.

"Die Spracharmut einer von Bildern überfluteten Gesellschaft schlägt voll auf die Ausdrucksfähigkeit der Kinder durch", beklagt der VBE-Landesvorsitzende, Rudolf Karg. "Übermäßiger Medienkonsum verhindert nicht nur Eigentätigkeit, Produktivität und Kreativität, sondern führt letztendlich in eine Sprachlosigkeit."

Das Lebensalter entscheidet nicht mehr über die Schulreife. "Den klassischen sechsjährigen Schulanfänger gibt es nicht mehr", versichert Karg. Die Fami­liensituation und das Umfeld beeinflussen den Entwicklungsstand des Kindes viel gravierender. Ein systematischer frühkindlicher Bildungs- und Erziehungs­prozess ist im Vorschulalter jedoch zunehmend weniger erkennbar. Kindliches Lernen spielt sich optimal aber in einem verlässlichen sozialen Umfeld ab. Dieser soziale Kontext als Basis für die Entwicklung von Emotionen, Motiva­tionen und Anregungen befindet sich in der Auflösung.

Der psychische und physische Gesundheitszustand der Kinder ist belastet durch Funktionsstörungen, Haltungsschäden, Übergewicht, Allergien, nervöses und hyperaktives Verhalten sowie fehlende Sekundärtugenden. Das Konsumverhal­ten der Spaßgesellschaft wirkt sich zunehmend negativ aus auf Belastbarkeit, Motivation, Leistungsvermögen und Bereitschaft zum eigenen Engagement. Kinder erleben, wie alles scheinbar machbar und sofort lieferbar ist.

Eine permanente Kooperation zwischen Eltern, Erzieherinnen und Grundschul­lehrkräften ist nach Meinung des VBE Grundvoraussetzung für einen notwendi­gen und früher einsetzenden systematischen Bildungs- und Erziehungsprozess und damit für die optimale Umsetzung individueller Fördermöglichkeiten.


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