Wie viel Mathematik steckt im Leben?

(bikl) Von November bis Januar zeigen MATHEON-Mathematikerinnen und -Mathematiker in drei Veranstaltungen an der Berliner Urania, wie spannend Mathematik sein kann. In Vorträgen erklären sie unter anderem mit Hilfe von Karopapier die Ordnung in der Natur, führen vor, wie man Stundenpläne optimiert oder zeigen 3D-Marsfotos - hinter denen ebenfalls eine Menge Mathematik steckt. Highlight ist die Kür des Gewinners des "Digitalen Adventskalenders" im Januar, bei dem Schüler jeden Tag eine Mathematik-Aufgabe lösen müssen.

20.10.2005 Artikel
  • © matheon

Aus Daten bunte Bilder machen

Ölbohrprofis sondieren den Boden mit Hilfe von Sprengungen, die seismische Wellen auslösen. Die Wellen werden an Gesteins- und Ölschichten reflektiert und an der Oberfläche von Sonden gemessen. Diese Messwerte in bunte Bilder auf dem Computerbildschirm umzusetzen, ist eine typische Aufgabe für Mathematiker. Die Software, die Hans- Christian Hege und seine Kollegen entwickeln, kann aber nicht nur zeigen, wo Öl zu finden ist: Sie kann auch die Daten aus Computertomographen oder aus rechnerischen Simulationen auf den Bildschirm bringen.

Stundenpläne und Taxifahrten

Nicole Megow arbeitet dagegen am MATHEON im Bereich Optimierung. Die Mathematikerin weiß, wie man große Arbeitsprojekte (etwa Bauprojekte wie der Potsdamer Platz oder der neue Hauptbahnhof) mit Hilfe von Mathematik organisiert und effizient plant. Die Methoden, die sie weiterentwickelt, sind vielseitig anwendbar: Ähnlich wie die Großprojekte lassen sich damit auch Stundenpläne an der Schule optimieren oder Taxifahrten planen.

Digitaler Adventskalender

Megow und Hege sind zwei von acht Mathematikerinnen und Mathematikern, die dieses Jahr ihre Arbeit bei MathInside vorstellen, an drei Terminen (8.11.05, 17.01.06, 28.03.06). MathInside wurde im vergangenen Jahr von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des MATHEON gegründet, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie viel Leben in der Mathematik steckt (und wie viel Mathematik im Leben). Die Reihe wird ergänzt durch die Preisverleihung zum Digitalen Adventskalender am 17. 01. 2006, bei dem Schülern vor Weihnachten täglich eine Mathematikaufgabe zum Knobeln gestellt wird.

Anwendungsorientierte Forschung

MATHEON ist die Kurzbezeichnung für das DFG-Forschungszentrum "Mathematik für Schlüsseltechnologien: Modellierung, Simulation und Optimierung realer Prozesse", in dem seit 2002 die drei großen Universitäten und zwei mathematische Forschungsinstitute in Berlin mathematische Forschung koordinieren. Gefördert wird das Zentrum durch die DFG. Die Forschung am MATHEON ist anwendungsorientiert; sie konzentriert sich derzeit auf die Lebenswissenschaften, Verkehrs- und Kommunikationsnetze, Produktion, elektrische Schaltkreise und optische Technologien, Finanzen sowie Visualisierung.

Link

www.matheon.de


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