Wissenschaftssenator Lemke: Innovationskraft Deutschlands muss demnächst im Kindergarten beginnen
Der Höhepunkt des 8. Perspektiv Forums von Jugend forscht und Daimler-Chrysler war heute eine Podiumsdiskussion mit namhaften Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Zum Thema "Innovation in der Bildungsfalle" diskutierten die Experten an der International University Bremen mit 100 ehemaligen Jugend forscht Bundessiegern zwischen 22 und 28 Jahren.
07.10.2005 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Der Bremer Wissenschaftssenator Willi Lemke forderte dabei eine Intensivierung der Nachwuchsförderung in Deutschland, die in Zukunft bereits im Kindergartenalter einsetzen müsse. Andererseits sei es wichtig, für hochqualifizierte Wissenschaftler attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen: "Hier ist das Exzellenzprogramm der Bundesregierung, um das sich auch Bremen beworben hat, ein ganz wichtiger Ansatz." Prof. Dr. Johanna Wanka, Wissenschaftsministerin von Brandenburg und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, sagte, einer möglichen "Bildungsfalle" müsse entgegengewirkt werden. Mittel hierzu seien unter anderem die Ausschöpfung des Bildungspotenzials auf allen Stufen des Bildungssystems, stärkerer Wettbewerb unter den Hochschulen sowie mehr Weiterbildungsangebote und Graduiertenförderung.
Im Hinblick auf die Anforderungen an den Wissenschaftsstandort Deutschland sagte Bernd Staudinger, Leiter der Daimler-Chrysler Corporate University: "Mit dem Bologna-Prozess ist bereits eine wichtige Initiative gestartet, um die Hochschulausbildung mit mehr Praxisnähe, kürzeren Studienzeiten und einer besseren internationalen Vergleichbarkeit zu optimieren." Es gelte jetzt, die Chancen in der Umsetzung zu nutzen, um für den internationalen Wettbewerb im Hochschulumfeld positioniert zu sein.
In diesem Zusammenhang verwies Prof. Dr. Max Kaase, Vice President der International University Bremen (IUB), auf die in Deutschland nur langsam in Gang kommende Deregulierung der staatlichen Hochschulen. Die vier Jahre nach der Gründung der IUB erreichten Erfolge in Forschung und Lehre sowie deren nationale und internationale Anerkennung belegten allerdings, "dass die Innovationskraft in Deutschland im Bildungswesen nach wie vor ungebrochen ist, wenn hierfür die richtigen Voraussetzungen existieren". Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren darüber hinaus Dr. Jan Lichtenberg, Jugend forscht Bundessieger im Fach Chemie von 1990, sowie Prof. Dr. Wilfried Müller, Rektor der Universität Bremen. Die Hansestadt ist ein hervorragendes Beispiel, wie ein Hochschul- und Wissenschaftsstandort erfolgreich ausgebaut werden kann.
Die Podiumsdiskussion war Höhepunkt des diesjährigen Perspektiv Forums. Die viertägige Veranstaltung unter dem Motto "Tradition meets Innovation" endet morgen. Sie ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Jugend forscht e. V. und der DaimlerChrysler AG. Ziel ist es, den Dialog von High Potentials zu fördern: Experten von heute tauschen sich in Vorträgen und Workshops mit den Forschern von morgen über Zukunftsfragen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie aus. Die Veranstaltung verfolgt zudem den Netzwerk-Gedanken, da die Nachwuchswissenschaftler die Gelegenheit erhalten, Kontakte zu knüpfen, die sie später für Studium und Beruf nutzen können.
Weitere Infos zum Perspektiv Forum finden Sie hier.
www.jugend-forscht.de/html/net/i_per.html
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