"Zorn ist ein schlechter Ratgeber"

(bikl) Es sei nicht zu verantworten, die wichtige Arbeit der KMK aus Unzufriedenheit über die Rechtschreibreform zu gefährden, erklärten gestern Abend die hessische Kultusministerin Karin Wolff (CDU) und der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner (SPD) als Präsidiumsmitglieder der Kultusministerkonferenz (KMK).

19.09.2004 Artikel

Sie reagierten damit auf ein Interview des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff mit Bild am Sonntag. Wulff hatte darin erklärt, er sei fassungslos, in welcher Art und Weise die KMK jeden Versuch bekämpfe, zu einer Korrektur der missratenen Rechtschreibreform zu kommen. Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen antwortete er, Gründe, den Staatsvertrag über die Kultusministerkonferenz zu kündigen, gebe es reichlich.

Die Reaktion der KMK Vertreter war eindeutig. Wenn Wulff aus Zorn über die KMK eine Vertragskündigung erwäge, könne man ihm nur entgegenhalten, dass Zorn schon immer ein schlechter Ratgeber war. "Es geht um die Zukunft der Bildungspolitik im föderalen System in Deutschland", unterstrichen Wolff und Zöllner: "Gerade Ministerpräsidenten, die sich für eine Weiterentwicklung des föderalen Systems einsetzen, sollten die gemeinsame Bildungsverantwortung stärken."


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