Zweite PISA-Studie: Deutschland bleibt Mittelmaß

(bikl) Zu den heute vorab veröffentlichten Ergebnissen der zweiten PISA-Studie erklärte die Präsidentin der Konferenz der Kultusminster (KMK), Doris Ahnen, es sei schon erschreckend, wenn Daten kommentiert würden, die für eine Bewertung noch gar nicht zugänglich seien.

21.11.2004 Artikel

Wie dpa am Nachmittag gemeldet hatte, landeten auch bei der zweiten weltweiten PISA-Studie Schüler in Deutschland im Vergleich von 31 Industriestaaten nur in der unteren Hälfte der Leistungstabelle.

"Die Kultusministerkonferenz wird und muss sich an die von der OECD festgelegte internationale Sperr- und Sendefrist der Daten aus der jüngsten internationalen Schulleistungsstudie PISA 2003 halten. Diese ist international für den 7. Dezember vorgesehen," erklärte Ahnen zu der Vorabveröffentlichung.

Es sei bedauerlich, so die Ministerin weiter, dass durch den Wettlauf um Vorveröffentlichung der PISA-Ergebnisse die Möglichkeit einer sachlichen Auseinandersetzung mit den Daten erschwert werde. So gibt es zum Beispiel zentrale Untersuchungen über Problemlösekompetenzen, deren Ergebnisse unabdingbar in eine Gesamtbewertung miteinbezogen werden müssen.

Größere Veränderungen seien in einem so komplexen System wie der Schule innerhalb eines eineinhalbjährigen Zeitraumes nicht erwartbar, vielmehr würden sie eine mangelnde Aussagekraft eines Testes wie PISA nahe legen.

dpa hatte berichtet, dass die deutschen Schüler sich zwar beim diesjährigen PISA-Schwerpunkt Mathematik um drei Plätze verbessern konnten und jetzt den 17. Rang belegen. In der Disziplin Lesen und Textverständnis - der Schlüsselkompetenz für das Lernen in Schule und Beruf - kommen sie jedoch nur auf Platz 20.

Zugleich belegt die PISA-Studie erneut, dass in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat der Welt der Schulerfolg so abhängig vom Familieneinkommen und der Vorbildung der Eltern wie in Deutschland ist. Fazit der PISA-Forscher: Das deutsche Schulsystem versagt bei der Förderung von Kindern aus Arbeiter- und Migrantenfamilien.

Passend dazu auch der wiederum erschreckend hohe Anteil so genannter Risikoschüler. Fast jeder Vierte 15-Jährige in Deutschland kann selbst einfachste Texte nicht verstehen und nur auf Grundschulniveau rechnen.

Weitere Infos:

www.spiegel.de/unispiegel/
Stellungnahme Ahnen


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden