20.000 Anträge auf KfW-Studienkredite gestellt

Etwa 20.000 Studierende haben von April bis November 2006 KfW-Studienkredite beantragt. Etwa 90 Prozent davon wurden bewilligt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung ([16/3979](http://dip.bundestag.de/btd/16/039/1603979.pdf)) auf eine Kleine Anfrage der Grünen ([16/3735](http://dip.bundestag.de/btd/16/037/1603735.pdf)) hervor. Rund 1.900 Anträge seien abgelehnt worden, weil entweder die Programmrichtlinien nicht erfüllt waren oder so genannte "harte Negativmerkmale" - etwa die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder ein Privatinsolvenzverfahren - vorlagen.

11.01.2007 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Der durchschnittlich gewählte monatliche Darlehensbetrag habe bei etwa 49 Euro gelegen. Auf die Frage der Fraktion, wie hoch der Anteil der BAföG-Empfänger unter den Antragstellern gewesen sei, teilt die Bundesregierung mit, der Bezug von BAföG-Mitteln werde beim Online-Antrag für den KfW-Studienkredit nicht abgefragt und die Kreditvergabe erfolge "völlig unabhängig" vom Bezug von und dem Recht auf BAföG-Leistungen.

Bei einem monatlichen Darlehensbetrag von 490 Euro mit 14 Semestern Auszahlungsphase belaufe sich die Rückzahlungssumme ohne Zinsaufschub bei 18 Monaten Karenzzeit und einer Rückzahlungsphase von 25 Jahren auf 91.885,56 Euro. Gefragt nach ihrer Einschätzung der Tatsache, dass diese Schuldenlast teilweise zeitlich mit anderen Belastungen in der "Rushhour des Lebens" - etwa Familien- oder Existenzgründung - zusammenfalle, verweist die Regierung darauf, dass die Studienkredite ein Angebot seien, das jungen Menschen "zusätzlich zu und unabhängig von bestehenden Sozialleistungsansprüchen" gemacht werde. Man halte angehende Akademiker für "durchaus mündige Bürger", die in der Lage seien, Kreditlasten abzuwägen und die Inanspruchnahme eines Studienkredits auf "ihre speziellen Bedürfnisse und individuellen finanziellen Belastbarkeiten passgerecht zuzuschneiden".

Das Programm, so heißt es in der Antwort weiter, sei nicht auf die Erwirtschaftung von Gewinnen ausgerichtet, sondern solle eine Förderlücke für die Studierenden schließen, die keine Ansprüche auf BAföG hätten und sich nicht auf die Finanzierung ihrer Eltern stützen wollten.

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