Acht Clusterinitiativen aus Baden-Württemberg bewerben sich um hoch dotierte Förderung im Spitzencluster-Wettbewerb

Mit insgesamt acht Antragsskizzen beteiligen sich namhafte Clusterinitiativen aus Wirtschaft und Wissenschaft in Baden-Württemberg am Spitzencluster-Wettbewerb im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundes. In dem Wettbewerb werden in drei Förderrunden jeweils bis zu fünf Spitzencluster mit bis zu 40 Mio. Euro gefördert.

10.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Mit der Mobilisierung der gemeinsamen Kräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft in zentralen Wachstums- und Innovationsfeldern des Landes haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht", betonten heute in Stuttgart Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg. "Unser Ziel ist die Stärkung der Innovationskraft des Landes."

Die landesweiten Initiativen werden in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Stuttgart koordiniert. Beteiligt sind zahlreiche Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen Automobilwirtschaft (Automotive), Maschinenbau und Produktionstechnik, Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft, Mikrosystemtechnik, Net-Economy (Internetbasierte Dienste und Anwendungen), Organische Elektronik und Visual Computing. Die Antragsskizze "Forum Organic Electronics in der Metropoloregion Rhein-Neckar" ist eine länderübergreifende Initiative.

"Der Spitzencluster-Wettbewerb eröffnet für die leistungsfähigsten Cluster aus Wirtschaft und Wissenschaft die Chance, mit einer visionären Strategie größere Sichtbarkeit zu erlangen und sich in der internationalen Spitzengruppe zu etablieren", sagte Pfister.

Frankenberg betonte: "Der Wettbewerb ist in seiner Bedeutung mit der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern im Bereich der Universitäten vergleichbar. Im engen Zusammenwirken der Clusterakteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Dienstleistung kann die Umsetzung von Innovationen maßgeblich beschleunigt werden."

Baden-Württemberg richte im Rahmen seiner Forschungs- und Technologiepolitik seine Anstrengungen deshalb schon lange auf die Bildung von Clustern und Netzwerken aus Hochschulen, außeruniversitären Forschungs-einrichtungen und Unternehmen in innovativen Technologiefeldern, stellten beide Minister fest. "Wir sind zuversichtlich, dass die vorliegenden Antragsskizzen an die bisherigen Erfolge dieser Politik anknüpfen. Wir wünschen allen Antragstellern aus dem Land für den weiteren Verlauf des Spitzencluster-Wettbewerbs viel Erfolg."

Vorrangiges Ziel des Spitzencluster-Wettbewerbs ist es, in der verstärkten Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft neue Kräfte freizusetzen und so die Innovationskraft des Landes zu stärken. "Das Land unterstützt diese innovationspolitische Zielsetzung", betonten Pfister und Frankenberg.

Anhang:

Die einzelnen Antragsinitiativen im Kurzportrait:

  1. Ziel der Clusterinitiative Automotive Südwest ist es, ein Innovationsnetzwerk zu schaffen, bei dem alle notwendigen Clusterakteure, insbesondere die mittelständischen Zuliefererunternehmen eng in das Innovationsgeschehen eingebunden werden. Die vielen kreativen Ideen rund um das "effiziente Fahrzeug", das als zentrales Technologiethema des Clusters gewählt wurde, sollen gezielt zusammen gebracht werden und die Region als das Top-Innovationscluster in Bezug auf effiziente Fahrzeuge weltweit bekannt machen. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit sind Aktivitäten auf den Gebieten Aus- und Weiterbildung, Finanzierung von Innovationen und internationaler Sichtbarkeit vorgesehen. In der Interessensgemeinschaft "Clusterinitiative Automotive Südwest" haben sich innerhalb kürzester Zeit 26 Unternehmen, Netzwerke, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weitere unterstützende Organisationen als Treiber und Mentoren für die Antragstellung zusammengeschlossen. Weitere 60 Unternehmen und Organisationen haben bereits jetzt ihre Unterstützung für diese offene Initiative, welche die Clusterakteure möglichst breit einbinden will, bekundet.
    Kontakt:
    Geschäftsstelle "Clusterinitiative Automotive Südwest"
    c/o Haus der Wirtschaft
    Willi-Bleicher-Straße 19
    70174 Stuttgart
    Tel.: 0711 / 123 – 2430

  2. Unter der Federführung des Landesverbands Baden-Württemberg des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau e.V. (VDMA) folgt die Initiative MANUFUTURE©-BW der Vision "Produktion der Zukunft – designed in Baden-Württemberg". Aufbauend auf dem im Cluster vorhandenen Stärken in der Produktionstechnik sollen die leistungsfähigsten Systeme für die Fertigung weltweit entwickelt und das reibungslose Funktionieren beim Kunden sichergestellt werden. Ziel des Clusters ist die Transformation der Produktionstechnik in eine neue Generation wissensbasierter Fertigung. Dabei bezieht MANUFUTURE©-BW die Grundlagenforschung an den Universitäten des Landes ebenso ein wie ein duales Ausbildungskonzept, die anwendungsorientierte Forschung der beteiligten Fraunhofer Institute und den schnellen Transfer der Forschung in die Praxis.
    Kontakt:
    Ulrich P. Hermani, Geschäftsführer VDMA Baden-Württemberg
    Hospitalstraße 8
    70174 Stuttgart, Germany
    Telefon +49 711 22801-12
    Telefax +49 711 22801-24
    E-Mail: bawue( at )vdma.org
    Internet www.vdma.org

  3. Unter der Federführung der BIOPRO Baden-Württemberg will der Spitzencluster "Medizintechnik und Gesundheit Tuttlingen/Neckar-Alb" die Herausforderung annehmen, das Innovationspotenzial des Clusters zu fördern und seinen Marktanteil weiter auszubauen. Anwender, Kostenträgerstrukturen und Gesundheitsregionen (Kunden) sollen frühzeitig in den Ideenentwicklungs- und Konzeptionsprozess von neuen innovativen Medizintechnikprodukten einbezogen werden. Somit können diese besser an die Bedürfnisse der Kunden und die Anforderungen des Gesundheitswesens angepasst werden. Kern der Clusterstrategie zur Umsetzung dieses Zieles ist eine hohe interdisziplinäre und nachhaltige Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
    Kontakt:
    BIOPRO Baden-Württemberg GmbH
    Dr. Ralf Kindervater
    Breitscheidstrasse 10
    70174 Stuttgart
    Tel.: 07 11/21 81 85-00
    Fax: 07 11/21 81 85-02

  4. Um auch künftig als Motor für die Mikrosystemtechnik und die gesamte Wirtschaftsentwicklung im Südwesten fungieren zu können, zielt die strategische Weiterentwicklung des Clusters MicroTEC Südwest im Rahmen seiner Antragsinitiative darauf ab, mittel- und langfristig tragfähige Konzepte zu entwickeln, die es allen Clusterakteuren entlang der Innovationskette ermöglicht, Wachstumsfelder frühzeitig zu erkennen und sich bietende Chancen optimal zu nutzen. Hierzu werden in enger Zusammenarbeit zwischen Clustermanagement und Clusterakteuren Strategieprozesse weiter entwickelt, erprobt und erforderliche Internationalisierungsaktivitäten des Clusters gezielt vorangetrieben, die sich einerseits an den neuesten Erkenntnissen der Innovations- und Clusterforschung orientieren und andererseits dem stark mittelständisch geprägten Innovationsumfeld gerecht werden.
    Kontakt:
    Mikrosystemtechnik Baden-Württemberg e.V. (MST BW)
    Peter Josef Jeuk
    Geschäftsführung
    Emmy-Noether-Straße 2
    79110 Freiburg
    Tel: 0761 897598-75
    Fax: 0761 897598-78
    Email: peter.jeuk( at )mstbw.de
    web: www.mstbw.de bzw. www.microtec-suedwest.de

  5. Die Clusterinitiative "iRegion Karlsruhe - creating the net economy" hat zum Ziel, sich bis 2015 zum europaweit führenden Cluster der Net Economy weiterzuentwickeln (Internetbasierte Dienste und Anwendungen). Die Initiative wird durch eine breite Unterstützung der Wirtschaft und Wissenschaft aus der erweiterten Technologieregion Karlsruhe getragen. Die Akteure entstammen mehrheitlich aus dem KMU-Umfeld (42 Antragsteller, 232 Legitimationsschreiben) und sind mehrfach ausgezeichnete, exzellente Forschungseinrichtungen der Region. Repräsentiert durch das CyberForum e.V. "Hightech.Unternehmer.Netzwerk" will die Clusterinitiative mit Living Labs für Pilotanwendungen neue Services, Technologien und Geschäftsmodelle der Net Economy entwickeln. Durch eine enge Vernetzung will die Initiative die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit aller Akteure weiter stärken und Leuchtturmprojekte zur Entwicklung bahnbrechender Innovationen durchführen. Hierdurch sollen neue Märkte geschaffen und erschlossen werden. Aus dem bereits im CyberForum vorhandenen Coaching-Programm (Patenprogramm) wird im Zusammenspiel zwischen Jungunternehmern, erfahrenen Unternehmern und dem Management-Nachwuchs ein Ecosystem für Wachstum mit umfassendem Coaching und Mentoring entwickelt, das die Entwicklungs- und Wachstumszyklen von Unternehmen aktiv begleiten soll. Darüber hinaus soll ein proaktives Cluster-Management massiv ausgebaut werden.
    Kontakt:
    CyberForum e.V.
    Dipl. Wirtsch.-Ing. Elmar Buschlinger, Vorstandsvorsitzender
    Haid-und-Neu-Str. 18
    76131 Karlsruhe
    Tel.: 0721 / 6183-330
    E-mail: buschlinger( at )cyberforum.de
    www.cyberforum.de

  6. Die Clusterinitiative "Cluster Visual Computing Baden-Württemberg" nutzt die landesweiten Potenziale im Bereich Visualisierungs- und Simulationstechnologien durch die gezielte Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Entwicklungs- und Anwendungsunternehmen aus Baden-Württemberg. Mit der Intensivierung der Bildung von Netzwerken zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Entwicklungs-, Dienstleistungs- und Anwendungsunternehmen sollen wichtige Impulse gegeben werden für die Anwendung branchenübergreifender Querschnittstechnologien wie Virtual und Augmented Reality, Virtual Engineering, Höchstleistungsrechnern und Mensch-Maschine-Interaktion in der Medizin, der Architektur, in den Materialwissenschaften, im Bauingenieurswesen, der Archäologie und in der oftmals wegbereitenden Film- und Spieleindustrie.
    Kontakt:
    Michael Selzer, M.Sc.
    Hochschule Karlsruhe -Technik und Wirtschaft
    Institut für Computational Engineering
    Moltkestrasse 30
    76133 Karlsruhe
    Tel.: 0721-925 2365
    Fax: 0721-9251503
    E-Mail: michael.selzer( at )hs-karlsruhe.de

  7. Die Antragsskizze "Forum Organic Electronics in der Metropolregion Rhein-Neckar" integriert Wissenschaft und Wirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Organischen Elektronik, angefangen bei der Erforschung und Entwicklung neuer Materialien, über die Konzeption von Bauelementen und die Herstellung von Systemen bis hin zu dem Vertrieb neuartiger Anwendungen. Um diese Zielsetzung zu erreichen, sollen die Kompetenzen der Partner in einem weltweit führenden Zentrum für Organische Elektronik gebündelt, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Ausbildung in diesem Zukunftsfeld verbessert und damit die Innovationsgeschwindigkeit und Wertschöpfung in Deutschland deutlich erhöht werden. Einer der wesentlichen Anwendungsbereiche der Organischen Elektronik ist z.B. die Organische Photovoltaik, die eine kostengünstige Massenproduktion großflächiger, hocheffizienter Solarzellen ermöglichen könnte.
    Kontakt:
    Bernhard Schweizer
    Bereich Wissenschaft
    Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V.
    Vice President
    Regionale Themen
    SAP AG
    Dietmar-Hopp-Allee 16
    69190 Walldorf, Germany
    T +49/6227/7-42254
    F +49/6227/78-20039
    M +49/171/308 52 73
    mailto: bernhard.schweizer( at )sap.com
    www.sap.com

  8. Bei der Antragsinitiative "´Zellbasierte & Molekulare Medizin´ in der Metropolregion Rhein-Neckar" steht die gezielte Stärkung der bestehenden Kompetenzen des Biotechnologie-Clusters in der Metropolregion Rhein-Neckar (BioRN-Cluster) und die Schärfung seines Profils im europäischen Kontext im Zentrum der eng miteinander vernetzten Schwerpunkte der Clusterstrategie. Dies soll mit insgesamt 97 Clusterpartnern und 69 Einzelprojekten (u.a. ein dreisemestriger Aufbaustudiengang zur Ausbildung hoch qualifizierter Führungskräfte) erreicht werden, die in fünf strategischen Schwerpunkten gebündelt sind. Die Clusterstrategie wird durch den Aufbau eines nicht förderfähigen Risikokapitalsfonds ergänzt, der dazu verwendet werden soll, reifere Biotechnologieunternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar langfristig anzusiedeln. Auch ist vorgesehen, die PR-Aktivitäten des BioRN-Clusters eng mit dem Standortmarketing und der Wirtschaftsförderung der Städte Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen, sowie mit dem Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar zu verzahnen und so einen gegenseitigen Hebeleffekt für eine erhöhte Sichtbarkeit auf europäischer Ebene zu erzeugen.
    Kontakt:
    BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck e.V.,
    Dr. Ernst-Dieter Jarasch (Geschäftsführer)
    Im Neuenheimer Feld 582
    69120 Heidelberg
    Tel. (06221) 64922-0
    Fax (06221) 64922-15
    E-Mail jarasch( at )bioregion-rnd.de
    Web www.bioregion-rnd.de


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