Boykott

Auch Chemiker planen Ausstieg aus CHE-Ranking

(red/pm) Geht es nach der [Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)](http://www.gdch.de/) dann werden auch die Chemiefachbereiche künftig nicht mehr am CHE-Ranking teilnehmen. Zumindest empfiehlt der GDCh-Vorstand seinen Mitgliedern, sich an den vergleichenden Beurteilungen der Chemiefachbereiche durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) nicht mehr zu beteiligen.

24.09.2012 Artikel

Das CHE-Ranking soll nach Ansicht des Vorstands von Chemikerinnen und Chemikern aller Ausrichtungen, egal welchen Ausbildungs- und Berufsstadiums, boykottiert werden. Das gelte sowohl für die Bereitstellung von Daten durch die Institute als auch für die Bereitschaft der Studierenden und der Industriechemiker, Bewertungen an CHE zu liefern und schließlich ebenso bei der Rezeption und Weitergabe der Ergebnisse durch die Presse und die Schulen an den Nachwuchs.

Rankings und Ratings müssten eine solide Basis haben und verlässlich sein, heißt es in der Presseerklärung der Gesellschaft. Sie schließt sich der Argumentation der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) an, die erklärte hatte, das CHE-Ranking genüge diesen Ansprüchen nicht, sondern weise gravierende methodische Schwächen und empirische Lücken auf. Die summarische Bewertungspraxis und die spezifischen Publikationsformate dieses Rankings führten außerdem unweigerlich zu Fehlinterpretationen. Die DGS hatte die soziologischen Hochschulinstitute aufgefordert, sich nicht an der Datenerhebung für das nächste CHE-Ranking der Soziologie zu beteiligen.

Die GDCh rät allen Chemikerinnen und Chemikern, an Rankings, deren Datengrundlage und Vorgehensweise nicht solide ist, nicht mehr teilzunehmen, bis die Einflussnahme der Wissenschaft auf die Erstellung der Studien nachhaltig gesichert sei. Dabei sei sie offen für eine Diskussion mit Rankingagenturen, heißt es. Das Forschungsrating des Wissenschaftsrats sei im Gegensatz zum CHE-Ranking eine methodisch anspruchsvolle und solide Initiative, die weiterhin wohlwollend und konstruktiv begleitet werde.


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