Außen hui und innen pfui?

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat in den letzten Tagen die Vorgänge um Prüfungszulassungen für Lehramtsstudenten an der Universität Bremen mit Sorge verfolgt.

10.07.2007 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Der Mangel an Prüfern ist eine konkrete Auswirkung der Kürzungen und der damit einhergehenden Personalkürzungen besonders in den Lehramtsstudiengängen.

Für das Vorgehen ist die Wissenschaftsbehörde und dort das staatliche Prüfungsamt für Lehrerprüfungen (StaPA) verantwortlich.

Das Rektorat und die Konrektorin für die Lehre wurden auf studentische Initiative über den Misstand informiert. Zwischenzeitlich gibt es einen Vorschlag, der die Betroffenen eher erleichtert und über den auch die jewiligen Dekanate der Fachbereiche in Kenntnis gesetzt worden sein sollen. Diese sollen in den nächsten Tagen dem Senat neue bzw. weitere PrüferInnen vorschlagen, die vorläufig für 1 Jahr eine Prüfungsberechtigung erhalten.

Der jetzige Kompromiss soll den Studierenden der nächsten beiden Semester eine fristgemäße Prüfung ermöglichen:

Alle Studierenden der betroffenen Fächer können sich ordnungsgemäß bis zum 12. Juli beim StaPA für den nächsten Prüfungsblock anmelden. Diejenigen, die derzeit keine Unterschrift eines Prüfers/einer Prüferin bekamen, können ihre Anmeldung fristgerecht bis zum 12. Juli beim StaPA einreichen. Hierfür müssen sie in die Zeile, in der sonst die Prüferunterschrift gehört, folgenden Satz eintragen: "Prüfer muss gesucht werden. Ich bitte um einvernehmliche Bestellung des Prüfers". Bis zum 26.7. soll die Unterschrift und der Name des Prüfers beim StaPa eingereicht worden sein, denn danach wird ein x-beliebiger Prüfer zugeteilt.

Damit ist zunächst einmal Zeit gewonnen. Allerdings macht die Verabredung deutlich, dass die freie Wahl der Prüfer/innen eingeschränkt sein wird: Nach § 20.3 der Prüfungsordnung vom 15. 12. 1998 haben Studierende das Recht, die PrüferInnen vorzuschlagen und das StaPA soll dies berücksichtigen. Spätestens an dieser Stelle jedoch könnte sich das ausgehandelte Vorschlag als brüchig erweisen: Denn das studentische Vorschlagsrecht muss gewahrt werden und wo es kaum eine ausreichende Auswahl an PrüferInnen gibt, wird auch das Vorschlagsrecht zur Farce.

Hier stellt sich grundsätzlich die Frage nach der Tragfähigkeit dieses Kompromisses:

Weshalb soll es plötzlich wieder und erst recht perspektivisch möglich sein, eine quantitativ ausreichende und qualifikationsgerechte Anzahl von PrüferInnen für mündliche Prüfungen zu bestellen?

Da es sich aus der Sicht der GEW hier um erste Auswirkungen der Kürzungen an der Uni handelt, müssen die fehlenden Hochschullehrerstellen in der Lehrerausbildung vorrangig wieder besetzt werden, ansonsten wird sich der Mangel fortsetzen. Dies geschieht auf Kosten der zukünftigen Lehrer/innen.

Studierenden einerseits ein schnelles Studium abzuverlangen und andererseits eine zeitnahe Prüfung von Seiten des Staatlichen Prüfungsamtes nicht gewährleisten zu können, gibt einen Hinweis auf die Vernachlässigung des Lehramtsstudiums insgesamt.

Die GEW fordert den Senat auf, sich nicht hinter Exzellenzinitiativen zu verstecken. Eine gute Lehrerausbildung ist eine Voraussetzung für ein leistungsstarkes Bundesland.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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