Befragungsergebnisse

Thüringer Lehramtsstudierende zur Studienfinanzierung

Zwischen dem 7. und dem 20. Mai 2025 befragte der tlv thüringer lehrerverband insgesamt 103 Lehramtsstudierende der Universität Erfurt sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu ihrer aktuellen Studienfinanzierung.

16.06.2025 Thüringen Pressemeldung thüringer lehrerverband
  • Mehrere Personen sitzen an Tischen und schreiben etwas auf. © Adobe Stock Die Auswertung der tlv-Befragung zur Studienfinanzierung Thüringer Lehramtsstudierender zeigt, rund 15 % finanzieren ihren Lebensunterhalt allein durch BAföG.

Mehr als drei Viertel der Teilnehmenden (77 %) waren zwischen 20 und 24 Jahre alt, etwa 60 % befanden sich in den ersten vier Semestern.

Rund 15 % finanzieren ihren Lebensunterhalt allein durch BAföG, 14 % durch die Kombination von elterlicher Unterstützung und Nebenjob und knapp 11 % ausschließlich über eigene Erwerbstätigkeit. Tatsächlich gaben 51,5 % an, regelmäßig arbeiten zu müssen, um sich zu finanzieren, weitere 22,3 % arbeiten gelegentlich, während nur rund ein Viertel keinen Nebenjob haben/benötigen. Die Umfrage verdeutlicht: ein Nebenjob-Druck bleibt hoch und über die Hälfte der Studierenden ist auf eigenes Einkommen angewiesen.

Fast die Hälfte der Befragten (48,5 %) bezieht derzeit BAföG und erhält die Leistungen im Durchschnitt seit 5,4 Semestern.

Unter den 71 Studierenden, die Auskunft über die Bearbeitungszeit gaben, warteten 79 % mehr als zwölf Wochen auf den ersten Bescheid, nur jeweils 10 % vermerkten 9–12 Wochen oder 4–8 Wochen und lediglich 1 % weniger als vier Wochen. Unter den Nicht-Beantragenden wurde am häufigsten das vermeintlich zu hohe Elterneinkommen genannt, gefolgt von Unsicherheit über Rückzahlungsmodalitäten und bürokratischen Hemmnissen.

Der BAföG-Prozess gilt vielfach als aufwendig und intransparent – 29 von 52 Bezieherinnen und Beziehern bewerteten den Antragsaufwand als „sehr aufwendig“, 17 als „eher aufwendig“, und 58 % kritisierten die Kommunikation mit den Ämtern als schlecht oder sehr schlecht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben mehrheitlich an, dass sie massive Probleme bei der Erreichbarkeit der Bearbeiterinnen und Bearbeiter haben und über 30 min in Warteschlangen hängen oder gar keine Person erreichen. Teilweise gingen bereits gesendete Formulare sowie ganze Anträge verloren und die Formulare werden als viel zu kompliziert empfunden.

In den offenen Antworten fordern die Studierenden höherer Fördersätze, eine benutzerfreundliche Online-Antragstellung, geringeren Rückzahlungsdruck sowie eine Anhebung der Freibeträge für elterliches Einkommen.

Über die Hälfte (53,4 %) sieht finanzielle Hürden als studienbeeinträchtigend, was aus unserer Sicht dringenden Handlungsbedarf aufzeigt.


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