Habilitationen an Hochschulen im Jahr 2021 rückläufig
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes habilitierten sich an den baden-württembergischen Hochschulen 281 Personen im Berichtsjahr 2021, darunter 87 Frauen. Mit Einführung der Juniorprofessur im Jahr 2002 ist die Anzahl der Habilitationen insgesamt rückläufig, liegt aber immer noch auf relativ hohem Niveau.
07.06.2022 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergWie das Statistische Landesamt mitteilt, ist die Anzahl der abgeschlossenen Habilitationen im fünfjährigen Mittel um knapp 5 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig nahm die Anzahl der Habilitationen von Frauen um gut 7 Prozent zu. Trotz dieser Zunahme lag der Frauenanteil im Jahr 2021 bei gerade einmal 31 Prozent und damit weit unter dem Frauenanteil von gut 43 Prozent bei den Promotionen und knapp 48 Prozent bei den Juniorprofessuren des Jahres 2020.
Wie bereits in den Jahren zuvor wurde die überwiegende Mehrheit der Habilitationen an einer der neun staatlichen Universitäten des Landes verliehen. Allein an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen habilitierten sich 213 Personen oder knapp 76 Prozent aller Habilitierten. Mit 167 Habilitationen oder gut 59 Prozent wurden die mit Abstand meisten Habilitationen in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften abgeschlossen. In den Geisteswissenschaften habilitierten sich 37 Personen (13 Prozent), in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften 36 Personen (13 Prozent). 21 Habilitationen wurden in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften abgeschlossen (8 Prozent) und zwölf in den Ingenieurwissenschaften (4 Prozent). Jeweils nur 1 Prozent aller Habilitationen wurde in den Fächergruppen Sport, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften/Veterinärmedizin sowie in Kunst, Kunstwissenschaft verliehen.
Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, waren 68 Prozent der Habilitierten an ihrer Hochschule beschäftigt. Unter den habilitierten Frauen waren sogar knapp 76 Prozent an der Hochschule beschäftigt, unter den habilitierten Männern nur gut 64 Prozent.
Das Durchschnittsalter der Habilitierten lag im Jahr 2021 bei 41,3 Jahren. Ein Viertel war 37 Jahre oder jünger und ein Viertel bereits 44,5 Jahre oder älter.
Unter den Habilitierten des Jahres 2021 befanden sich 33 Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit (12 Prozent).
Weitere Informationen
Die Habilitation dient als Nachweis der Lehrbefähigung in einem akademischen Fach und war bis zur Einführung der Juniorprofessur im Jahr 2002 Voraussetzung für die Berufung auf eine Lebenszeitprofessur. Seit der fünften Novelle des Hochschulrahmengesetzes (HRG) 2002 und dem Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Juli 2004 (BVerfGE 112, 226-254) gelten die Juniorprofessur und die Habilitation als gleichwertige Qualifikationen für eine Lebenszeitprofessur. Darüber hinaus werden in Bewerbungen auf Professuren häufig auch sogenannte habilitationsäquivalente Leistungen anerkannt. Eine einheitliche Definition, was unter einer solchen Leistung zu verstehen ist, gibt es jedoch nicht. Oftmals handelt es sich dabei um mehrere wissenschaftliche Arbeiten, die zusammen der Wertigkeit einer Habilitation entsprechen.
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