Bafög-Novelle hält vom Studium ab
(bikl) Das Deutsche Studentenwerk hat der Bundesregierung vorgeworfen, mit der geplanten Bafög-Novelle Kinder aus einkommensschwachen Familien vom Studium abzuhalten. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) kritisierte Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde, dass die Finanzierungshilfen per Kredit nicht ausreichten.
13.02.2007 Artikel"Es ist mehr als zynisch, wenn junge Menschen ihr Studium mit einem Darlehen von 60 000 bis 90 000 Euro selbst finanzieren sollen", so Meyer auf der Heyde wörtlich. Bundesbildungsministerin Annette Schavan will die Bafög-Novelle morgen im Kabinett vorstellen. Danach soll das Bafög auf dem Stand von 2001 verharren. Sowohl Förderung wie Elternfreibetrag bleiben demnach unverändert.
"Es zeigt sich schon jetzt, dass das Bafög nicht mehr alle Förderbedürftigen erreicht", so Meyer auf der Heyde gegenüber der NOZ. Die Belastungen eines Studiums seien immens für eine Familie, die nach den weiterhin geltenden Bedingungen keinen Anspruch auf Bafög haben.
Da helfe auch das Angebot an Krediten nicht. Diese Darlehen belasteten die Studenten durch Zinsen noch zusätzlich. Eine so unsichere Finanzierung schrecke ab, so Meyer auf der Heyde. Die Zahl der Studienanfänger sinke bereits seit drei Jahren, obwohl mehr Schüler die Hochschulreife ablegten. Tatsächlich gingen von den Studienberechtigten im Jahr 2002 noch 73 Prozent an die Hochschulen, 2005 waren es nur noch 69 Prozent.
Derzeit bekommen Bafög-Empfänger durchschnittlich 375 Euro, der Höchstsatz beträgt 585 Euro. In seiner Sozialerhebung hatte das Deutsche Studentenwerk bereits 2003 festgestellt, dass ein Student etwa 700 Euro im Monat zum Leben braucht.
Weiterführende Links
- Deutsches Studentenwerk
- Bundesministerium für Bildung und Forchung: Bafög
- Neue Osnabrücker Zeitung
- Sozialerhebung des DSW
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