Berichterstattung über Wirkung von Studienbeiträgen

Vor dem "Schüren von Angst" hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Donnerstag in München mit Blick auf die heutige Berichterstattung über die angeblich abschreckende Wirkung von Studienbeiträgen gewarnt.

15.09.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Goppel: "Auch in der heißen Phase des Wahlkampfes müssen gerade in der Bildungspolitik Fakten wichtiger sein als Angstmacherei." Tatsache sei, so Goppel, dass sich die Studienanfängerzahlen etwa in Bayern in den letzten beiden Jahren um 2,5 Prozent von 48.400 (Studienjahr 2002) auf 49.600 (Studienjahr 2004) erhöht haben. Bayern tritt seit 2003 für die Erhebung von sozialverträglich ausgestalteten Studienbeiträgen ein, die den Hochschulen zur gezielten Verbesserung der Studienbedingungen als zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen. In den nächsten Jahren rechnet Bayern mit einem weiteren Anstieg der Studierenden- und Studienanfängerzahlen. Bis 2010 werden die Studierendenzahlen immer neue Rekordstände erreichen. Hinzu kommt, dass ab 2011 in Folge der Verkürzung der gymnasialen Schulzeit der doppelte Abiturjahrgang an die Hochschulen kommt. Goppel: "Kurz vor der Bundestagswahl findet eine Fehlinterpretation von Daten statt." Die HIS-Studie "Studienberechtigte 2004" führt als häufigste Gründe für einen Studienverzicht das Streben nach schnellstmöglichem eigenem Geldverdienst (62 Prozent) und die Bevorzugung einer praktischen Tätigkeit (47 Prozent) an. Bei der Studie waren Mehrfachnennungen möglich. 22 Prozent derjenigen, die sich nicht für ein Studium entschieden (oder 4 Prozent aller Studienberechtigten), gaben als einen von mehreren Gründen die Einführung von Studienbeiträgen an. Um niemanden wegen seines finanziellen Hintergrunds von einem Studium abzuschrecken, haben die unionsgeführten Länder stets deutlich gemacht, dass Studienbeiträge sozial abgefedert und niemanden finanziell überfordern werden. Dass sozial verträglich ausgestaltete Studienbeiträge nicht abschreckend wirken, zeigen die Erfahrungen in Österreich: Nach der Einführung von Studienbeiträgen haben zunächst sog. Scheinstudierende die Hochschulen verlassen. Danach hat sich die Zahl der Erstsemester deutlich erhöht. Mittlerweile gibt es mehr Studienanfänger als vor der Einführung der allgemeinen Studienbeiträge. In anderen Ländern, die Studienbeiträge erheben, wie den USA, Großbritannien oder Australien, ist die Bildungsbeteiligung im Hochschulbereich wesentlich höher als in Deutschland.


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