Berlin

Berlin macht sich fit für Abitur-Doppeljahrgang und Aussetzung der Wehrpflicht

Zusätzliche Studienplätze, gründlichere Studienvorbereitung und ein verbesserter Übergang von Schule zu Hochschule machen Berlin fit für den Abitur-Doppeljahrgang und die Folgen der ausgesetzten Wehrpflicht. Bildungs- und Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner kündigte heute ein entsprechendes Maßnahmenpaket an.

01.02.2011 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Im Sommer 2012 verlassen gleichzeitig Abiturienten nach 13 und erstmals auch nach zwölf Jahren regulärer Schulzeit die Berliner Schulen: Rund 6.000 zusätzliche Abiturienten sind zu erwarten. Dieser Doppeljahrgang stellt vor allem die Hochschulen vor große Herausforderungen. Doch schon im Sommer 2011, wenn in Bayern und Niedersachsen der erste Doppeljahrgang Abitur macht und zugleich die Aussetzung der Wehrpflicht wirksam wird, ist eine zusätzlichen Bewerberwelle an Berlins Hochschulen und eine verstärkte Nachfrage nach Lehrstellen zu erwarten. Allein aus Berlin ist mit 1.500 zusätzlichen Abiturienten zu rechnen, die nicht erst "zum Bund" gehen.

Doch Berlin hat vorgesorgt: Schon mit den Hochschulverträgen von 2010 vereinbarte die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung mit Berlins staatlichen Hochschulen die Zahl von 20.730 Studienanfängerplätzen im Jahr 2008 bis zum Jahr 2012 um 6.000 zu erhöhen. Staatliche und private Hochschulen gemeinsam würden dann insgesamt sogar rund 32.000 Studienanfänger pro Jahr aufnehmen.

Dazu erklärte Senator Zöllner: "Ich bin den Hochschulen dankbar dafür, dass sie ihre Tore öffnen, um möglichst vielen Abiturientinnen und Abiturienten den Weg an die Hochschulen zu ermöglichen. Dies ist nicht selbstverständlich, da Berlin schon seit Jahren überdurchschnittlich viele Studienplätze anbietet."

Senator Zöllner wird mit den Hochschulen über ein Vorziehen des für 2012 vorgesehenen Ausbaus der Studienplätze auf 2011 verhandeln. Hierzu gibt es bereits Gespräche über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang wird sich die Senatsverwaltung darum bemühen, den Hochschulen in einer Teil-Abrechnung zum Hochschulpakt I schon im Jahr 2011 - und nicht wie im Hochschulvertrag vorgesehen 2012 - mindestens 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Das Vorziehen der Gelder wird möglich, da die Mittel des Hochschulpaktes I überwiegend bereits in 2011 - statt wie bisher vorgesehen 2012 - zwischen Bund und Ländern abgerechnet werden. Zöllner nannte die bisherigen Gespräche mit den Hochschulen "konstruktiv, ergebnisorientiert und vielversprechend."

Aufgrund der Konkurrenzsituation mit den Abiturienten aus anderen Ländern sollen die Berliner Abiturienten möglichst gut auf Studium und Berufswahl vorbereitet werden. Dazu wird in der Oberstufe ein neuer Ergänzungskurs "Studium und Beruf" angeboten, dessen Lehrplan sich bereits in der Abstimmung mit Eltern, Schulen, Hochschulen und Verbänden befindet. Der Kurs wird mit wöchentlich drei Stunden angeboten, kann freiwillig gewählt werden und soll von den Hochschulen beim Aufnahmeverfahren als Vorleistung anerkannt werden.

Die Hochschulen werden gebeten, ihr Beratungsangebot für Studieninteressierte zu verstärken, um einer Fehlbesetzung von Studienplätzen, unnötigem Studienfachwechsel und Studienabbruch besser vorzubeugen.

Gleichzeitig ist eine Veränderung der Zulassungsregeln an den Berliner Hochschulen vorgesehen. So sollen Studienbewerber, die Berlin schlecht verlassen können, weil sie nach Abschluss einer Schnellläuferklasse noch minderjährig sind, künftig in Berlin in einer Minderjährigen-Quote berücksichtigt werden. Darüber hinaus ist eine Berücksichtigung bei bestimmten sozialen Härten (Unzumutbarkeit eines Umzugs wegen Krankheit oder pflegebedürftiger Angehöriger) in einer Vorabquote vorgesehen.

Am 22. Februar treffen sich Staatssekretärin Claudia Zinke und Staatssekretär Knut Nevermann mit Hochschulen und Verbänden, aber auch mit den anderen betroffenen Senatsverwaltungen, um eine Zwischenbilanz zu den bereits erreichten und noch notwendigen Maßnahmen zu ziehen. Insgesamt ist Zöllner aber optimistisch, dass "Berlins Abiturienten trotz nicht ganz einfacher Rahmenbedingungen den Weg in Studium und Berufsausbildung finden werden."

Der Senator weist die künftigen Abiturienten auch darauf hin, dass es neben einem unmittelbaren Übergang in Berufsausbildung oder Studium auch noch die Möglichkeit gibt, zunächst ein Freiwilliges Soziales, Ökologisches oder Kulturelles Jahr zu absolvieren.

Auch ein Auslandsaufenthalt sei eine Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern und wichtige Lebenserfahrungen zu sammeln.


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