Bologna-Reform braucht Taten statt schöner Worte

Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren das heute von der CSU vorgestellte Programm zur Optimierung des Bologna-Prozesses. "Das so genannte Programm kommt über den Ansatz einer Analyse nicht hinaus", erklärt die hochschulpolitische Sprecherin Ulrike Gote. "Die Zeit für Ankündigungen von Gesprächen ist schon längst vorbei, jetzt geht es darum, wer auf welcher Ebene was ändert, damit die Vision eines europäischen Hochschulraums Realität werden kann."

24.11.2009 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Wie Ulrike Gote betont, darf die CSU-Fraktion den Schwarzen Peter nicht den Hochschulen zuschieben. "Das ist nicht fair, die Hochschulen haben weder das Geld noch das Personal, um etwas zu ändern." Die Hochschulen hätten außerdem von Anfang an Bedenken geäußert gegenüber der Umsetzung des Bologna-Prozesses. Die Landtagsgrünen fordern die Staatsregierung auf, die Erfahrungen der ersten Bachelor- und Mastergeneration in einem flächendeckenden Verbesserungsprozess einfließen zu lassen. Die Verbesserung müsse sich an den jeweiligen Bedürfnissen der Studiengänge orientieren. "Es gibt hier keine Generallösung, wir brauchen eine differenzierte Herangehensweise."

Nötig seien z. B. neue Lösungen zur Vergleichbarkeit der Studieninhalte: "Das starre System allein über die Anerkennung von ECTS-Punkten (European-Credit-Point-System) hat sich nicht bewährt." Alle Bachelor-AbsolventInnen müssten zudem ein Recht auf einen Master-Abschluss haben. Auch der Verschulung des Studiums und dem hohen Prüfungsdruck müsse konsequent begegnet werden, indem man das feste Korsett an Regelungen aufbreche und so ein selbst gestaltetes Studium wieder ermögliche. "Deshalb plädieren wir für die Ermöglichung längerer Regelstudienzeiten."

http://www.gruene-fraktion-bayern.de


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