Deutsches Studentenwerk: Soziale Selektion des deutschen Hochschulsystems überwinden!

- DSW-Präsident Rolf Dobischat zum OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2008 - Studienplätze ausbauen, "sonst stehen Studierwillige vor verschlossenen Türen" - Dobischat: "Mehr Studienanfänger und mehr Absolventen nur über soziale Öffnung der Hochschulen"

09.09.2008 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

Zum neuen OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2008" erklärt der Präsident des Deutschen Studentenwerks, Prof. Dr. Rolf Dobischat:

"Die OECD-Vergleichsstudie ist ein weiterer Beleg dafür, wie dringend die soziale Selektivität des deutschen Bildungs- und Hochschulsystems überwunden werden muss. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit der Studienanfänger- und der Absolventenquote zurück."

"Im Vergleich zum Jahr 2003 gab es 2007 zwar 17% mehr junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife, aber gleichzeitig sank die Zahl der Studienanfänger um 5%. Immer mehr junge Menschen mit einer Hochschulzugangsberechtigung nehmen kein Studium auf, wobei vor allem finanzielle und Herkunftsgründe sie davon abhalten. Das ist ein Besorgnis erregender Trend."

"Studiengebühren gehören abgeschafft. Kinder aus bildungsferneren Familien müssen schon in der Schulein ihren Entscheidungen für weiterführende Bildungswege gefördert und gestärkt werden. Nur so wird die soziale Selektion, die ungerechte Verteilung von Bildungschancen endlich durchbrochen. Und die soziale Durchlässigkeit ins Hochschulsystem muss über die dringend notwendige soziale Öffnung der Hochschulen deutlich erhöht werden."

"Die Wissensgesellschaft ist nicht umsonst zu haben, die Bildungsrepublik Deutschland verlangt nach Investitionen in die Bildung. Wer mehr Hochqualifizierte will, wer mehr Studierende und Absolventen will, muss viel mehr investieren - in die Studienplatz-Kapazitäten der Hochschulen, damit die Studierwilligen angesichts flächendeckender numeri clausi nicht vor verschlossenen Türen stehen. Ebenso in die studienbegleitenden Beratungsangebote und die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen des Studiums - sonst bleibt die Studienabschluss- bzw. Absolventenquote weiterhin bei niedrigen 21%."


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