Hochschulverband

DHV sagt Plagiaten den Kampf an

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) fordert alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Prüfungsämter der Universitäten auf, die eigenständige wissenschaftliche Leistung von Seminar- und Abschlussarbeiten zu überprüfen.

12.04.2011 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)

Im digitalen Zeitalter werde es immer leichter und verführerischer, fremde Textpassagen per "Copy and Paste"-Befehl in eigene Arbeiten einzufügen und als eigene geistige Leistung auszugeben. "In jedem einzelnen Verdachtsfall muss sorgsam und umfassend geprüft werden, ob ein Plagiat vorliegt und welchen Umfang es einnimmt", erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. "Dabei sind die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die Spannweite von Plagiaten reicht von einer einmaligen auf wenige Worte beschränkten Nachlässigkeit, die gleichwohl ein Plagiat ist, bis zum umfassenden Vollplagiat der gesamten Arbeit."

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten verstärkt auf Plagiate zu achten. "Die Unkultur des ´Wegsehens´ ist falsch verstandene Kollegialität und selbst ein wissenschaftliches Fehlverhalten", betonte Kempen.

Studentische Plagiate erhielten durch die Betreiber von sogenannten Diplomarbeitsbörsen und ähnlichen Sammlungen akademischer Arbeiten Vorschub, so der DHV-Präsident weiter. Obwohl der begründete Verdacht bestehe, dass ein Teil der von diesen Börsen verkauften Arbeiten für Plagiate verwendet würde, gebe es keine rechtliche Handhabe, gegen dieses Geschäftsmodell vorzugehen.

In einer Resolution, die die Delegierten auf dem 61. DHV-Tag verabschiedeten, werden die Hochschulen aufgefordert, Studierende, Doktoranden und Habilitanden qua Prüfungsordnung dazu zu verpflichten, ihre Arbeiten auch in digitaler Form abzugeben, damit Texte besser und schneller auf Übereinstimmungen mit fremden Texten abgeglichen werden können. In den Prüfungsordnungen solle festgelegt werden, dass mit der Abgabe einer Seminar- und Qualifikationsarbeit eine Erklärung abzugeben ist, nach der diese Arbeit selbständig und ohne Hilfeleistung Dritter angefertigt wurde.

Der DHV appelliert an alle Hochschulen, die Studierenden in den ersten Semestern in die Kultur wissenschaftlichen Arbeitens einschließlich ihrer fachspezifischen Besonderheiten einzuführen. Zusammen mit der Erläuterung wissenschaftlicher Regeln seien die Studierenden auch auf die Konsequenzen, die deren Verletzung nach sich ziehen, hinzuweisen.

Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit über 26.000 Mitgliedern.


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