Die Entwicklung der Schwund- und Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen

Schon im Februar 2008 berichtete die HIS Hochschul-Informations-System GmbH über die Entwicklung der Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen. Unter den Studienanfängern der Jahrgänge von Anfang 2000 ist diese Quote an Universitäten auf 20 % gefallen, an den Fachhochschulen aber auf 22 % gestiegen. Zum ersten Mal konnten dabei auch Werte für die neu eingeführten Bachelor-Studiengänge vorgelegt werden.

07.07.2008 Pressemeldung HIS Hochschul-Informations-System GmbH

Dabei zeigte sich, dass diese in den sprach- und kulturwissenschaftlichen sowie in den sozialwissenschaftlichen Fächern an Universitäten zu einer Verringerung des Studienabbruchs beigetragen haben, in Maschinenbau und Elektrotechnik an Fachhochschulen dagegen eine deutliche Erhöhung bewirkten.

Im Rahmen einer erweiterten Berechnung der Erfolgsbilanzen an den deutschen Hochschulen legt HIS jetzt auch Studienabbruchquoten für weitere Abschlussarten vor. Demnach zeigt sich eine besonders günstige Situation in den Fächern, die mit einem Staatsexamen abschließen. Hier liegt der Studienabbruch nur bei rund 7 %. In den bisherigen Diplom- und Magister-Studiengängen an Universitäten beträgt der Studienabbruch demgegenüber 29 % und in den Diplom-Studiengängen der Fachhochschulen 21 %. Wie schon gemeldet, weisen die Studienfänger im Bachelor-Studium der Jahre 2000 bis 2004 an den Universitäten einen Studienabbruch von 25 % und an den Fachhochschulen von 39 % auf. Die Ursachen für diese Differenzen sind eng im Zusammenhang mit den jeweils unterschiedlichen Studienfächern zu sehen, die hinter den einzelnen Abschlussarten stehen.

Neben dem Studienabbruch berücksichtigt HIS in der jetzt veröffentlichten Studie auch die Zu- und Abwanderung von Studierenden. Auf die Art und Weise werden für die einzelnen Fächergruppen an Universitäten und Fachhochschulen umfassende Erfolgsbilanzen vorgelegt. So haben Fachhochschulen zwar derzeit eine höhere Studienabbruchquote, aber durch starke Zuwanderung aus den Universitäten und geringe Abwanderung, beträgt die "Gesamt-Verlustquote", bezogen auf deren Studienanfänger von Anfang 2000, lediglich 15 %.

Eine umgekehrte Situation besteht an den Universitäten. Relativ starke Abwanderung an die Fachhochschulen und geringe Zuwanderung sorgen dafür, dass diese Verlustquote für sie bei 24 % liegt und damit höher als die Studienabbruchquote ausfällt.

Beim Blick auf die einzelnen Fächergruppen ergibt sich allerdings wieder ein differenziertes Bild. An den Universitäten fällt vor allem die Situation in Medizin, Pharmazie und im Lehramts-Studium günstig aus. Nur wenige Studierende verlassen diese Bereiche durch Studienabbruch oder Wechsel; die Zuwanderung kann den ohnehin geringen Schwund ausgleichen bzw. erheblich herabsetzen. Dagegen sind für Ingenieurwissenschaften und einen Teil der mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengänge hohe Studienabbrecheranteile und Wechselquoten charakteristisch. Dem starken Schwund an Immatrikulierten steht nur ein geringer Zuwachs an Studierenden aus anderen Bereichen entgegen, so dass der bilanzierte Verlust mit rund 50 % sehr hoch ausfällt.

An den Fachhochschulen fällt in den meisten Fächergruppen der Schwund deutlich niedriger und die Zuwanderung in die jeweiligen Bereiche hingegen wesentlich höher aus als an den Universitäten. Eine Ausnahme stellen allerdings Maschinenbau und Elektrotechnik dar. Aufgrund hoher Abbrecherraten und geringer Zuwanderung erreicht der bilanzierte "Verlust" an Studierenden mit rund 30 % hier vergleichsweise hohe Werte.

Download des HIS:Projektberichts


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