Analyse

Digitale Lernplattformen

„COVID hat digitales Lernen nicht ausgelöst. Die Pandemie zeigt aber, wie wichtig es ist“, sagt Prof. Dr. Eva Gredel. Die neue Juniorprofessorin für Digitale Kommunikation in Vermittlungskontexten erforscht an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE), wie Lehre auf digitalen Lernplattformen an Universitäten abläuft.

21.07.2021 Bundesweit Pressemeldung Universität Duisburg-Essen (UDE)
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Ihre weiteren Schwerpunkte sind die datengestützte Analyse von internetbasierter Kommunikation und Gender-Fragen im Internet.

Digitale Lernplattformen gibt es viele, Eva Gredel wählt Moodle und ILIAS (Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System). Beide sind frei verfügbar und werden bundesweit an Hochschulen eingesetzt. Sie ermöglichen, Seminare online zu halten oder Dokumente gleichzeitig zu bearbeiten.

„Diese Lernplattformen sind gut, sie lassen es zu, digitale Kursräume einzurichten, Studierende können dort Fachtermini definieren oder gemeinsam Texte schreiben“, sagt Professorin Gredel. „Ich möchte herausfinden, wie die Lernenden auf diesen digitalen Plattformen interagieren und kollaborieren“, beschreibt die Linguistin ihr Vorhaben.

„Die studentische Kommunikation möchte ich auf lange Sicht automatisiert und datengestützt auswerten“, so die 37-Jährige. Damit könne man verschiedene Daten der Lernenden interpretieren, Fortschritte messen, Probleme erkennen, auf Gruppendynamiken eingehen.

Gredels Analyse soll nicht nur das Online-Geschehen auf Lernplattformen erfassen, sondern auch soziale Phänomene auf weiteren digitalen Plattformen im Netz. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich mit der Notwendigkeit gendersensibler Darstellungen im Internet. „Auffällig ist, dass etwa in Wikipedia-Artikeln Nobelpreisträgerinnen öfter mit ihren familiären Rollen beschrieben werden als ihre männlichen Kollegen“, so die Germanistin.

Nach dem Studium der Germanistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft (2004-2008) sowie BWL (2008-2012) an der Universität Mannheim wurde Gredel 2014 mit Auszeichnung promoviert. Seit 2016 forschte sie in einem DFG-geförderten Netzwerk, sie ist dessen Sprecherin. Gastdozenturen führten sie an die Fremdsprachenuni Beijing (2008), die TU Ostchinas (2013) und die Universität Ljubljana (2013, 2014). Ihre Forschung wurde mehrfach gefördert und ausgezeichnet.

Gredels Professur gehört zu dem vom Bund aufgelegten Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (WISNA). Es soll jungen Wissenschaftler:innen einen transparenten und planbaren Weg in die Professur auf Lebenszeit bieten. Bisher werden deutschlandweit 1.000 dieser „Tenure-Track-Professuren“ gefördert, davon 23 an der UDE.


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