Baden-Württemberg

Durchschnittliche Fachstudiendauer sank seit 2000 um fast zwei Semester

Wie das statistische Landesamt im Rahmen einer Sonderauswertung feststellt, hat sich die durchschnittliche Fachstudiendauer an baden-württembergischen Hochschulen seit dem Prüfungsjahr 2000 um fast zwei Semester von 10,3 auf 8,5 Semester verringert. Die Fachstudiendauer umfasst die Anzahl von Semestern, die für das Studium eines Faches bis zum Abschluss der Prüfung benötigt wird.

21.02.2011 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Die Verweildauer, also die gesamte Zeit, die Studierende durchschnittlich an Hochschulen eingeschrieben waren bis sie ihre Prüfung ablegten, sank im gleich Zeitraum noch stärker: Waren Studierende, die im Jahr 2000 ihre Prüfung abgelegt haben, noch insgesamt 12,4 Semester eingeschrieben hat sich diese Zeit im Prüfungsjahr 2009 um 2,6 Semester auf 9,8 Semester verkürzt. Studierende, die sich ohne Studienabschluss exmatrikuliert haben (Studienortwechsler oder -abbrecher), sind in dieser Berechnung nicht berücksichtigt.

Den stärksten Rückgang der durchschnittlichen Fachstudienzeit verzeichnen die Universitäten. Dort legten Studierende im Prüfungsjahr 2009 ihre Prüfungen nach 9,6 Semestern ab. Das sind durchschnittlich fast 2 Semster früher als noch im Jahr 2000 mit 11,6 Semestern. Ähnlich verkürzt stellen sich die Studienzeiten der Fachhochschülerinnen und -schüler dar. Die besonders starke Verkürzung im Lauf des Jahres 2009 ist jedoch auf die Einbeziehung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg zurück zu führen, an der ausschließlich Bachelorstudiengänge angeboten werden. Eine vom allgemeinen Trend deutlich abweichende Entwicklung verzeichnen die Studiengänge an Kunsthochschulen. Dort wurde 2000 noch nach durchschnittlich sieben Semestern eine Prüfung abgelegt. Durch den Wegfall des viersemestrigen Aufbaustudiums im Jahr 2000 schnellte die Fachstudiendauer in der Folgezeit auf durchschittlich neuneinhalb Semester hoch, um sich bis zum Prüfungsjahr 2009 auf achteinhalb Semester einzupendeln. Konstant verläuft die Entwicklung an den Verwaltungsfachhochschulen, deren Studierende durchschnittlich sechs Semester bis zu ihrem Studienabschluss benötigen. An den Pädagogischen Hochschulen hat sich die durchschnittliche Fachstudiendauer seit dem Prüfungsjahr 2000 (8,6 Semester) bis zum Prüfungsjahr 2009 auf 7,9 Semester verkürzt.

Etwas mehr als ein Viertel aller Absolventen benötigte für den Studienabschluss mehr als zehn Semester. Fast ein Drittel aller 52 619 Absolventen im Prüfungsjahr 2009 hat nach einer Fachstudienzeit zwischen acht und zehn Semestern das Examen abgelegt. Weitere 30 Prozent studierten sechs oder acht Semester bis zum Examen. Bei ihnen handelt es sich vorwiegend um Absolventen von Bachelor-Studiengängen. Eine kleine Gruppe von gut elf Prozent blieb unter einer Fachstudiendauer von sechs Semestern. In dieser Gruppe sind Studierende, die aus einem Diplom- oder Magisterstudiengang kurz vor der Prüfung in einen Master-Studiengang gewechselt sind. Weiterhin sind in dieser Gruppe auch die 595 Doktorandinnen und Doktoranden enthalten, die nicht eingeschrieben waren.

Der Rückgang der Fachstudienzeiten an baden-württembergischen Hochschulen hat in hohem Maße mit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zu tun, die unabhängig von einander in der Hochschulstatistik erfasst werden. Die ausschließliche Betrachtung von Studierenden im Erststudium lässt Masterstudierende unberücksichtigt und kommt deshalb zu leicht abweichenden Ergebnissen. Die Verweildauer an den Hochschulen wird vermutlich künftig nicht so stark absinken wie die Fachstudiendauer, da die meisten Studierenden in Masterstudiengängen an derselben Hochschule eingeschrieben sind, an der sie bereits einen Bachelorabschluss abgelegt haben.


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