Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen an deutschen Hochschulen

Für eine grundlegende Weiterentwicklung des sog. Akkreditierungsverfahrens für die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge an Deutschlands Hochschulen hat sich Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel ausgesprochen. "Es geht darum, effektivere und bessere Formen der Qualitätskontrolle auszuloten. Vorrangiges Ziel muss die Sicherung der hohen Qualität der Studienangebote an Deutschlands Hochschulen sein," sagte Goppel am Montag in München. Der Aufwand des bisher vorgesehenen Verfahrens einer studiengangbezogenen Einzelakkreditierung sei bei veranschlagten Durchschnittskosten pro Studiengang von 12.000 Euro bis 15.000 Euro zu hoch.

21.02.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Ein sinnvoller Weg könnte, so der Minister, die Einführung einer reinen Prozessakkreditierung sein. In einem solchen Verfahren würden nicht einzelne Studiengänge sondern die Qualitätssicherungssysteme der Hochschulen bewertet werden. Dies hätte neben einer höheren Effizienz den Vorteil, dass die Strukturen der Hochschulen miteinbezogen und die Akkreditierung auf eine breitere Basis gestellt würde. Goppel kündigte an, dass Bayern diesen Vorschlag in den Akkreditierungsrat einbringt, der sich in diesem Frühjahr konstituiert. Ein solches System werde helfen, bei 11.200 Studienangeboten in Deutschland bis zu 100 Mio. Euro zu sparen.

Der europäische Bologna-Prozess sieht vor, dass bis 2010 grundsätzlich alle Studiengänge in Deutschland auf das neue Bachelor- und Mastersystem umgestellt werden. Dadurch soll die internationale Vergleichbarkeit der europäischen Hochschulabschlüsse sichergestellt und damit die Mobilität von Studierenden und Hochschulabsolventen erhöht werden. Um die Qualität der Studienangebote zu sichern, ist eine Akkreditierung, das heißt die Bewertung der Qualität, der Bachelor- und Masterstudiengänge nach einer bestimmten Frist (Erprobungsphase) vorgesehen. In Bayern beispielsweise beträgt diese derzeit in der Regel fünf Jahre.


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