Erziehungswissenschaften: Eine erstarrte Disziplin?

(bikl) Es dürfte schwer sein, an unseren Universitäten eine ähnlich erstarrte und international isolierte Disziplin wie die Erziehungswissenschaften zu finden, beklagen Reinhard Kahl und Martin Spiewak heute in der ZEIT.

10.03.2005 Artikel

Kaum ein anderes großes Fach leiste es sich, seine wissenschaftlichen Standards und Aufgaben derart zu vernachlässigen, so die beiden renommierten Bildungsjournalisten. Sie zitieren unter anderem Wolfgang Edelstein, den emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung mit dem Satz: "Bis heute werden die angehenden Lehrer um eine Ausbildung, die sie aufs Handeln vorbereitet, betrogen."

Erziehungswissenschaftler erkundeten (mit mäßigen Erfolgen), so Kahl und Spiewak, wie man die Weiterbildung für Erwachsene verbessern könnte. Sie zögen Freizeitpädagogen und Medienpädagogen heran. Doch den Kernbereich der Erziehungswissenschaft, nämlich: Schule, Kindergarten, Hochschule hätten die "Wissenschaften vom Lernen" in Deutschland fast überhaupt nicht im Blick. Es gebe gerade einmal eine Hand voll Professoren, die sich mit den Jahren vor der Einschulung befassen.

Seltsam, dass für das miserable Abschneiden deutscher Schüler im Pisa-Test viele verantwortlich gemacht worden seien: schlecht ausgebildete Lehrer und sparwütige Bildungspolitiker, Schüler ohne Disziplin und Eltern ohne Interesse - nur nicht die deutschen Erziehungswissenschaftler.

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Der ZEIT Artikel


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