Expertenkommission legt Bericht für Bildungsbereich vor
Heute übergab die Expertenkommission "Zukunft der Erziehung und Bildung unter Berücksichtigung des lebenslangen Lernens in M-V" ihren Bericht an den Ministerpräsidenten Dr. Harald Ringstorff und den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Henry Tesch.
27.06.2008 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernDie Kommission wurde 2006 vom Landtag für zwei Jahre berufen. Sie hatte den Auftrag, die aktuelle Bildungs- und Erziehungssituation in Mecklenburg-Vorpommern in den Bereichen Frühkindliche Bildung, Schule und Hochschule zu analysieren. Darüber hinaus sollte die Kommission Empfehlungen erarbeiten, um die Qualität der Bildung zu erhöhen, die Chancengerechtigkeit zu stärken, das Ansehen der Lehrer zu erhöhen und Wege zu einer größeren Bildungsbeteiligung zu finden.
Bildungsminister Tesch dankte allen Mitgliedern für ihre Arbeit. In einer ersten Bewertung des Berichtes "Zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Bildungssystems in Mecklenburg-Vorpommern" verwies Tesch auf den Anspruch der Landesregierung, das Bildungsniveau im Land anzuheben und dabei vor allem Maßnahmen zu ergreifen, um die Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu erhöhen. Das sei auch Auftrag der Kommission gewesen.
Der Minister teilt die Auffassung der Kommission, dass der Bildungsauftrag der Kindertagesstätten verstärkt werden muss: "Erziehung und Bildung beginnen bereits in den ersten Lebensjahren. Eine im Frühjahr 2008 von mir berufene Projektgruppe überarbeitet derzeit den Rahmenplan für die Kindertagesstätten. Hier fließen auch die Empfehlungen der Kommission ein. Im Oktober werden dann an etwa 15 Kindertagesstätten die Ziele der Bildungs- und Erziehungsbereiche in einem Modellprojekt umgesetzt werden", so Tesch. Neben der inhaltlichen Ausgestaltung geht es auch um die Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher sowie eine umfassende Reform der beruflichen Bildung in diesem Bereich. Ein Beispiel ist dafür der Studiengang "Early education" an der Hochschule Neubrandenburg. Nach der erfolgreichen Einführungsphase des Bachelor-Studienganges bietet die Hochschule zum kommenden Wintersemester auch den Master an.
Bestätigt sieht der Minister sich auch mit seinem Konzept der Selbständigen Schule. Die Kommission sieht das Land hier auf dem richtigen Weg. "Wir haben bereits positive Rückmeldungen zum Konzept der Selbständigen Schule erhalten. Aber es freut mich natürlich, dass eine hochkarätig besetzte Expertenkommission unsere Ansätze bekräftigt."
Auch die Empfehlung der Kommission, dass der Anteil der Hochschulberechtigten erhöht werden muss, wertete Tesch als richtig. Um die Lehramtsausbildung zu verbessern, ist 2007 an der Universität Rostock ein Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) gegründet worden. Ziel des Bereiches Lehrerbildung ist es zum einen, die Lehramtsausbildung über die Fakultäten hinweg besser zu koordinieren und inhaltlich abzustimmen. Zum anderen sollen innovative Konzepte zu einer besseren Verzahnung von Theorie und Praxis entwickelt und in die Ausbildung eingebracht werden.
Bildungsminister Tesch hat entschieden, dass die Geschäftstelle der Expertenkommission ihre Arbeit bis September fortsetzen soll, um noch Fragen und Hinweise zum Bericht entgegenzunehmen und entsprechend zu bearbeiten.
Die Kommission legte insgesamt 122 Vorschläge in den Bereichen Frühkindliche Bildung, Schule, Hochschule sowie bildungsübergreifende Empfehlungen vor. Der Gesamtbericht sowie eine Zusammenfassung des Berichtes stehen auf der Internetseite des Bildungsministeriums zum Download bereit: www.bm.regierung-mv.de
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