Geld soll den Studierenden folgen
(bikl/idw) Der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Arend Oetker, hat heute Bund und Länder dazu aufgefordert, von einem Wettbewerb der Länder zu einem Wettbewerb der Hochschulen zu kommen. "Das Prinzip für die Hochschulfinanzierung muss in Zukunft lauten: Das Geld folgt den Studierenden. Auch über Landesgrenzen hinweg", erklärte Oetker Zum Auftakt der Konferenz "Hochschulfinanzierung im kompetitiven Föderalismus" in Berlin.
03.04.2006 ArtikelHochschulexperten, Politiker und Wirtschaftsvertreter beraten dort über Auswirkungen der Föderalismusreform auf die Hochschulen. Oetker stellte ein Finanzierungsmodell in den Mittelpunkt der Diskussion, das Experten im Auftrag des Stifterverbandes bereits vor Jahren erarbeitet haben. Kerngedanke dieses so genannten GefoS-Modells (GefoS steht für "Geld folgt Studierenden") ist eine weitgehende Abkehr vom "Sitzlandprinzip", nach dem bisher jedes Bundesland seine Hochschulen im Wesentlichen alleine finanziert.
An seine Stelle soll das "Herkunftslandprinzip" treten. Staatliches Geld fließt danach nur noch zu einem kleinen Teil direkt an die Hochschulen des jeweiligen Landes. Stattdessen werden die "Landeskinder" mit Finanzmitteln versehen, die der besuchten Hochschule zugute kommen, unabhängig davon, in welchem Bundesland diese liegt.
Oetker: "Erst der Übergang zum Herkunftsprinzip erzeugt Umverteilungseffekte zwischen Bundesländern. Die "Abstimmung mit den Füßen" der Studierenden hin zu den attraktivsten Hochschulstandorten wird über die Finanzströme nachvollzogen. So entsteht Wettbewerb, der durch die freie Entscheidung der Hochschule für oder gegen Studienbeiträge noch verstärkt würde." Der Stifterverbands-Präsident bekräftigte, dass die Entscheidung über Studienbeiträge allein bei den Hochschulen liegen müsse.
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