GEW Bremen: Studentische Armut bekämpfen statt verschärfen
Trotz großer Proteste wurden die Semestergebühren im Land Bremen im Wintersemester 2025/26 um mehr als 25 Prozent angehoben. Sie zählen damit zu den höchsten Semestergebühren bundesweit.
21.05.2026 Bremen Pressemeldung GEW BremenNun wird der Semesterbeitrag zum Wintersemester trotzdem erneut erhöht, entgegen der Vereinbarungen innerhalb der Koalition und entgegen der Zusage gegenüber den Studierenden. Der Semesterbeitrag beträgt nun mehr als die Hälfte des Bafög Höchstsatzes.
Dabei sinkt der Anteil der Bafög-geförderten Studierenden stetig ebenso wie die Summe, die die Studierenden erhalten, während Mieten und sonstige Lebenshaltungskosten seit Jahren und jetzt krisenbedingt besonders stark steigen.
„Die Erhöhung des Semesterbeitrags ist dabei der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der Skandal ist daher nicht das gebrochene Versprechen, wie andere politische Akteur:innen verlautbaren lassen, sondern die darin offenbarte Ignoranz gegenüber der Finanznot vieler Studierender, die sich ihr Studium schon jetzt kaum leisten können.“ kommentiert Vladislav Ryzhkov, Sprecher der GEW-Studis Bremen.
Die GEW fordert die Koalition auf, die Erhöhung des Semesterbeitrags sofort zurückzunehmen und den Betrag in Zukunft zur reduzieren und die darin enthaltenden Verwaltungsgebühren zu streichen, wie es im Koalitionsvertrag vorgesehen ist.
Darüber hinaus fordert die GEW die rot-rot-grüne Koalition auf einen deutlichen Ausbau preiswerter Wohnheimplätze für Studierende umzusetzen und das Studierendenwerks Bremen auszufinanzieren – auch ein regelmäßiges Mensaessen muss für alle Studierenden bezahlbar sein.
„Ein gut ausfinanziertes und egalitäres Bildungssystem ist eine tragende Säule unserer Demokratie“ ergänzt, Fabian Kinz, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen. „Akademische Bildung darf kein Luxusgut werden. Wer Chancengleichheit und offenen Bildungszugang ernst meint, muss endlich Lösungen gegen studentische Armut finden. Bund und Länder müssen gemeinsam dafür sorgen, dass eine sozial gerechte und nachhaltig finanzierte Hochschullandschaft entsteht – eine, die allen Studierenden die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe bietet.“
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und vertritt bundesweit rund 280.000 Mitglieder, die in pädagogischen und wissenschaftlichen Berufen arbeiten. Die GEW ist mit mehr als 5.000 Mitgliedern der größte Interessenverband im Bildungsbereich des Landes Bremen.
- GEW Bremen unterstützt Petition gegen die Erhöhung des Semesterbeitrages
- HRK und DSW: „Bringen Sie die BAföG-Reform auf den Weg!“
- Psychische Gesundheit von Studierenden: Welche Hilfen bieten Hochschulen?
Keine Kommentare vorhanden