GEW: "Mehr BAföG für mehr Akademiker!"
"Wir brauchen eine deutliche Erhöhung des BAföGs, um mehr jungen Menschen den Hochschulbesuch zu ermöglichen und die Akademikerquote zu steigern. Das BAföG trocknet aus, wenn die Bundesregierung nicht schleunigst Bedarfssätze und Freibeträge drastisch anhebt", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Mittwoch mit Blick auf die heute im Bundeskabinett auf der Tagesordnung stehende 22. BAföG-Novelle.
14.02.2007 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Die aktuelle BAföG-Novelle reicht bei weitem nicht aus. Seit sechs Jahren werden den Studierenden "rote Nullrunden" zugemutet, obwohl die Lebenshaltungskosten empfindlich gestiegen sind." Die Novelle beinhalte einige dringend notwendige Verbesserungen für Studierende mit Kind, Migranten und das Studium im Ausland, greife jedoch viel zu kurz.
Der GEW-Vorsitzende betonte, dass erneut auch der BAföG-Beirat der Bundesregierung ebenso wie das Deutsche Studentenwerk (DSW) vor dem Hintergrund der Lohn- und Preisentwicklung eine Anhebung der Bedarfssätze um 10,3 Prozent und der Freibeträge um 8,7 Prozent empfiehlt. "Für Studierende wie Schüler ist das Leben teurer geworden. Dazu addieren sich in vielen Bundesländern Studiengebühren", erklärte Thöne. Viele Jahre sei das BAföG Strickleiter für den sozialen Aufstieg hunderttausender Arbeiterkinder gewesen, nun drohe diese Leiter zu reißen. "Das Auszehren des BAföGs verschärft die soziale Auslese an den Hochschulen. Deutschland braucht jedoch mehr Studierende und Akademiker. Dafür benötigen wir die soziale Öffnung der Hochschulen. Die Großkoalitionäre müssen dem Vorschlag ihres Experten-Rats folgen und das BAföG spürbar erhöhen", sagte Thöne.
Die angespannte Haushaltslage des Bundes sei kein Argument, ein höheres BAföG abzulehnen. "Geht es um die Exzellenzinitiative, Spitzenforschung oder Begabtenförderung, macht Schwarz-Rot schnell zusätzliche Milliarden locker. Nur für ein ausreichendes BAföG sollen die Mittel fehlen. Die Große Koalition setzt die falschen Prioritäten", erklärte Thöne.
Die GEW unterstützt die Initiative zahlreicher SPD-Bundestagsabgeordneter für ein höheres BAföG noch in dieser Wahlperiode. Die Bundesregierung solle auf ihre Fachpolitiker hören, sagte Thöne. Studienkredite, die Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) favorisiert, seien keine Alternative zum BAföG. "Die Regierung hat es selbst vorgerechnet: Studierende häufen mit den Bank-Krediten Schulden in Höhe von bis zu 120.000 Euro an. Ich rate: Finger weg von den Studienkrediten", unterstrich Thöne.
Info: Weitere Infos zum Thema BAföG finde Sie auf der GEW-Website unter: www.gew.de/BAfoeG.html
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