Mecklenburg-Vorpommern

GEW-Thema "Traumjob Wissenschaft" auf der Ersten Hochschulpolitischen Konferenz des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Die Erste Hochschulpolitische Konferenz des Landes Mecklenburg-Vorpommern versammelte am 23. November im Rostocker Barocksaal Vertreter des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), des Verbandes Hochschule und Wissenschaft (vhw) und des Hochschullehrerbundes (hlb) sowie eine Vielzahl interessierter Hochschulangehöriger aus dem gesamten Land.

28.11.2012 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern

Dr. Andreas Keller, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands und Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung der GEW, stellte in seinem einführenden Vortrag Probleme von Personalstruktur und Berufswegen dar, die die Attraktivität des Beschäftigungssystems Wissenschaft auch im Land Mecklenburg-Vorpommern in Frage stellen. Lösungswege zeigt die GEW in ihrem jüngst veröffentlichten "Herrschinger Kodex: Gute Arbeit in der Wissenschaft" auf. Professor Dr. Bernhard Kempen, Präsident des DHV, plädierte in seinem Vortrag für zusätzliche Professorenstellen. Sie würden laut Kempen auch die Situation derer verbessern, die nach ihrer wissenschaftlichen Qualifikation durch die Befristungsregelungen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes aus dem deutschen Wissenschaftssystem herausfallen und ohne Berufung auf eine Professur von Arbeitslosigkeit bedroht sind.

Ebendieses System kritisierten die Vertreter der GEW auf der sich anschließenden Podiumsdiskussion unter der Moderation von Dr. Heike Schmoll (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Dr. Keller zog den Vergleich zu Personalstrukturen im Wissenschaftssystem anderer Länder, die erheblich breitere Beschäftigungsmöglichkeiten unterhalb der Professur bieten. Damit sichern sie Kontinuität der Arbeit in Lehre und Forschung sichern und gestalten Wissenschaft als Arbeitsplatz. Dr. Cornelia Mannewitz, Mitglied des Geschäftsführenden Landesvorstands und Vorsitzende der Landesfachgruppe Hochschule und Forschung der GEW Mecklenburg-Vorpommern, wies auf die Situation prekär Beschäftigter im Wissenschaftssystem von MV und besonders der Lehrbeauftragten unter ihnen hin. Sie erbringen zum Teil ohne jegliche Vergütung Leistungen in der grundständigen Lehre, sind aber oft von Sozialleistungen ausgeschlossen und haben keine Rechte in akademischer Selbstverwaltung und Personalvertretung. Dadurch wird eine Wissenschaftseinrichtung auch als demokratisches System beschädigt. Dr. Mannewitz informierte darüber, dass sich bereits Lehrbeauftragte an Musik- und Theaterhochschulen und Lehrbeauftragte an Sprachenzentren zu bundesweiten Interessenvertretungen zusammengeschlossen haben und dass Lehrbeauftragte aus MV unter ihren Sprechern sind.

Auf der Pressekonferenz zur Veranstaltung hoben alle Anwesenden die gute Kooperation zwischen den beteiligten Verbänden bei der Vorbereitung der Tagung hervor. Als gemeinsam zu lösende Probleme wurden insbesondere Befristungen und Zeitverträge sowie das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern bei der Hochschulfinanzierung benannt. Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, kündigte in seinem Vortrag Zielvereinbarungen über Mindeststandards für Arbeitsverträge an Hochschulen in MV an. Die GEW begrüßt dieses Vorhaben und wird es in einem konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten unterstützen.


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