GEW unterstützt Protest gegen die Einführung von Studiengebühren und ruft zu der Norddemo der StudentInnen am 3. Februar 2005 auf

Die GEW hält das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das bisherige Verbot von Studiengebühren für nichtig zu erklären, für fatal. Hamburg ist eins der sechs unionsregierten Bundesländer, die mit ihrer Klage auf dieses Urteil gedrängt haben. Wissenschaftssenator Dräger plant, den Hochschulen Hamburgs im Sommersemester 2006 das Recht auf Erhebung von Studiengebühren bis zu Euro 500,-- einzuräumen.

01.02.2005 Pressemeldung GEW Hamburg

Die GEW warnt davor, durch die Einführung der Studiengebühren die Krise des Bildungssystems zu verschärfen und die Privatisierung von Bildungskosten voranzutreiben. Der Vorschlag neoliberaler Ökonomen, die Studiengebühren über Kredite zu finanzieren, nützt in erster Linie den Banken. Für sie wird ein zusätzlicher Markt eröffnet. Die Kreditinstitute werden die Gewinner dieser neoliberalen Politik sein. Verlieren wird die Gesellschaft insgesamt: Der Generationenvertrag wird abgebaut, der jungen Menschen eine kostenlose Ausbildung garantiert hat. Wer kein reiches Elternhaus hat, wird einen Berg Schulden aufhäufen.

Dazu die Vorsitzende der Hamburger GEW, Frau Dr. Stephanie Odenwald: "Folge der Einführung von Studiengebühren wird sein, dass die soziale Herkunft künftig noch stärker darüber entscheidet, wer studiert oder nicht. Ohnehin ist Deutschland Weltmeister in der sozialen Benachteiligung bei der Bildung. Statt hier entgegenzusteuern, wird die Bildungsbenachteiligung weiter vertieft. Das ist eine falsche bildungspolitische Weichenstellung für die so genannte wissensbasierte Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Die GEW unterstützt den Protest der StudentInnen gegen diese Hochschulpolitik und ruft zur Beteiligung an der Demo am 3. Februar 2005 in Hamburg auf."

Ansprechpartner

GEW Hamburg

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