GEW unterstützt weiter Studierende im Bildungsstreik:

Die GEW Sachsen-Anhalt unterstützt auch nach den öffentlichen Aktionen der Magdeburger Studierenden und angesichts der Hörsaalbesetzungen an der Universität Halle das Bündnis "Bildungsstreik". "Wir teilen die Befürchtung, dass Kultusminister Olbertz die Hochschulen in Haftung nehmen will, sich selbst aber nach dem Motto "Haltet den Dieb!" zu den Zuschauern gesellt", kommentierte der GEW-Landesvorsitzende, Thomas Lippmann, die politische Situation in der Auseinandersetzung an den Hochschulen.

20.11.2009 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Die GEW Sachsen-Anhalt sieht in den erneuten Protesten der Studierenden ein deutliches Warnsignal an die Landesregierung und die Hochschulleitungen, die Probleme in den Hochschulen endlich ernst zu nehmen. Der Kultusminister und die Landesregierung müssen sofort umsteuern. Das geht nur durch Verbesserung der Hochschulfinanzierung und die Rücknahme restriktiver Hochschulgesetzlicher Regelungen, mit denen freies Studieren kaum noch möglich sei. "Die Ursachen für die massive Unzufriedenheit liegen nicht im Bachelor- und Mastersystem, sondern darin, unter welchen Bedingungen die neuen Studiengänge eingeführt wurden." Lippmann verwies auf die immer damit verbundenen Einsparziele, restriktiven Numeri clausi, den seit Jahren betriebenen Abbau von Lehr- und Forschungspersonal. "Wer immer noch glaubt, dass man Bildung zum Nulltarif haben kann, steht zu Recht am Pranger der Studierenden."

Die GEW Sachsen-Anhalt sichert auch weiterhin den Studierenden ihre volle Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Forderungen zu. Vor allem in den neuen Studiengängen mit Bachelor- und Masterabschluss müssten dringend Veränderungen vorgenommen werden. Dazu gehörte, die inhaltliche Überfrachtung der Studiengänge zu reduzieren, den Prüfungswahn einzudämmen und Zeit für eigenständiges Studieren und gesellschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen. Der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium muss ohne Hürden uneingeschränkt möglich sein. "Studienfreiheit" muss wieder einen Sinn bekommen.

Eine schlichte Rückkehr zu der vor der Umstellung der Studiengänge geübten Praxis, hält die GEW allerdings nicht für sinnvoll. Sie macht sich für einen "Kurswechsel im Bologna-Prozess" stark, nicht um aus dem Bologna-Prozess auszusteigen, sondern um die Einlösung der Versprechen der Bologna-Erklärung von 1999 zu fordern. "Aus Sicht der GEW ist nicht Bologna gescheitert, sondern der deutsche Weg der Umsetzung", sagte Lippmann.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden