"Gezielt in Ausbildung, Forschung und Entwicklung investieren"

Mit insgesamt knapp 20 Millionen Euro aus dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE unterstützt das Land zwei neue Projekte unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen: das LOEWE-Zentrum „UGMLC – Universities of Giessen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege“ und den LOEWE-Schwerpunkt „AmbiProbe – Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit“. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann sagte bei der Übergabe der Bewilligungsbescheide an den Vizepräsidenten der Universität Gießen, Prof. Dr. Joybrato Mukherjee: „Mit diesen beiden Projekten werden Themen von hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz wissenschaftlich bearbeitet und innovative Lösungsansätze entwickelt. Ich freue mich sehr, dass dabei insbesondere auch der wissenschaftliche Nachwuchs gezielt und intensiv eingebunden wird.“

23.11.2009 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Prof. Mukherjee sieht den Doppelerfolg als eine Bestätigung der strategischen Ausrichtung der Universität Gießen im lebenswissenschaftlichen Bereich: „Wir können das LOEWE-Programm gezielt nutzen, um exzellent ausgewiesene neue Projekte in unseren Entwicklungsschwerpunkten, unter anderem in den Lebenswissenschaften, zu fördern. Damit schaffen wir die Grundlagen für viele weitere zukünftige Verbundprojekte, etwa im Rahmen von neuen Sonderforschungsbereichen, in denen die Biomedizin, die Natur- und Lebenswissenschaften interdisziplinär zusammenarbeiten.“

Im LOEWE-Zentrum „UGMLC“ werden entzündliche und mit Gewebswucherungen verbundene Erkrankungen der Lunge und der Atemwege erforscht. Hier bündeln die universitätsmedizinischen Standorte Gießen und Marburg sowie das Max-Planck-Institut (MPI) für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim ihre wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen, um die Krankheitsursachen zu entschlüsseln und neue gezielte Therapiekonzepte zu entwickeln. Dafür werden mit Hilfe der LOEWE-Mittel in Höhe von gut 15,1 Millionen Euro bis 2012 umfangreiche zusätzliche Forschungsressourcen geschaffen: drei neue Forschungsprofessuren an der Universität Gießen und der Universität Marburg sowie zwei weitere Forscher-Gruppen am MPI in Bad Nauheim. „Ich freue mich, dass diese Clusterbildung in der Hochschulregion Mittelhessen auch von der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH und der von Behring-Röntgen-Stiftung erheblich unterstützt wird“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann.

Koordinator des Projekts ist Prof. Dr. Werner Seeger, Direktor des Lungenzentrums und der Medizinischen Klinik und Poliklinik II in Gießen. „UGLMC“ ist das erste LOEWE-Zentrum, das die Universität Gießen federführend koordiniert.

„Das LOEWE-Zentrum ,UGMLC’ wird durch das gewählte Forschungsthema mit spezifischer Ausrichtung in Breite und Tiefe sowie durch den Verbund der beteiligten Kooperationspartner in Deutschland einzigartig sein und auch international Strahlkraft entwickeln“, hob Kühne-Hörmann hervor. Gleichzeitig ist damit die nachhaltige Perspektive verknüpft, dass das Zentrum nach Auslaufen der LOEWE-Förderung durch die beteiligten Institutionen verstetigt wird. Die Max-Planck-Gesellschaft hat zugesagt, Teile des Zentrums in das MPI Bad Nauheim zu integrieren und als neue Abteilung dauerhaft weiterzufinanzieren. Das entspricht der LOEWE-Zielsetzung, bestehende, Bund-Länder-finanzierte Forschungseinrichtungen zu erweitern oder zusätzliche Einrichtungen dieser Art nach Hessen zu holen.

In dem LOEWE-Schwerpunkt „AmbiProbe“ kooperiert die Universität Gießen mit der Goethe-Universität Frankfurt, der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt und dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, um neue analytische Techniken auf den Gebieten Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit zu entwickeln. Größtenteils schwerfällige Labor- und Probengewinnungs-Verfahren können durch Methoden ersetzt werden, mit denen Objekte, Reaktionen oder Prozesse dort, wo diese natürlich auftreten (also „in situ“), untersucht werden. Das gilt beispielsweise für die Gewebetyp-Identifizierung während chirurgischer Eingriffe, für die bodenchemische Verfolgung von Umweltgiften, für den Bereich der Terrorabwehr an Flughäfen oder für die Vor-Ort-Untersuchung mikroklimatischer Veränderungen. Diese neuen Analysemethoden besitzen einen hohen Informationsgehalt, sind unter Umgebungsbedingungen ohne vorherige Probenbehandlung einsetzbar sowie flexibel und mobil.

Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben „AmbiProbe“ zielt einerseits auf Fortschritte in der Grundlagenforschung, gleichzeitig werden andererseits anwendungsorientierte hochauflösende mobile Massenspektrometer neu entwickelt. Bis 2012 wird der LOEWE-Schwerpunkt mit insgesamt rund 4,5 Millionen Euro gefördert. Koordinator ist Prof. Dr. Bernhard Spengler, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Gießen.

Das LOEWE-Programm ist aufgrund seiner wettbewerblichen Konzeption und seines Finanzvolumens bundesweit im Ländervergleich einzigartig. In den Jahren 2009 bis 2013 stellt das Land Hessen für dieses Forschungsförderungsprogramm mit seinen drei Förderlinien insgesamt 410 Millionen Euro zur Verfügung. „Das ist – auch und gerade in der gegenwärtigen Finanzkrise – ein wichtiges wissenschaftspolitisches Signal, denn gezielte Investitionen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung sind von außerordentlicher Bedeutung für die weitere Entwicklung des Landes Hessen“, hob Ministerin Kühne-Hörmann hervor.

Weitere Informationen unter www.loewe.hessen.de


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