Goppel will bessere Lehre an den Hochschulen

Für eine gezielte Stärkung der Lehre an Bayerns Hochschulen möchte sich Wissenschaftsminister Thomas Goppel stark machen. "Eines unserer wichtigsten hochschulpolitischen Ziele der kommenden Jahre ist die Verbesserung von Studium und Lehre", sagte Goppel am Dienstag in München.

03.05.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Neben mehr Kleingruppenveranstaltungen und mehr Tutorien setze er auf eine bessere Betreuung und Beratung von Studierenden. Weitere Bestandteile des bayerischen Wegs seien eine weitgehende Auswahl der Studierenden durch die Hochschulen und moderne, straffe Studienstrukturen, die es den Studierenden ermöglichen, ihr Studium aus kombinierbaren Einzelbausteinen zusammenzusetzen. Bayern verfolge damit die Ziele, die Studienzeiten weiter zu verkürzen und die Zahl der Studienabbrecher zu senken. Goppel: "Ein zügig und effektiv organisiertes Studium sowie ein geringer Anteil an Studienabbrechern zahlen sich für die Hochschulen und die Studierenden letztlich doppelt und dreifach aus." Der Vorteil für die Studierenden sei, dass sie nach einem zügigen, erfolgreichen Studium bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, schneller in den Beruf kommen und auch eigenes Geld verdienen. Für die Hochschulen sei gute Lehre ein "klares Plus für das Renommee und Profil im Wettbewerb". Außerdem hätten kürzere Studienzeiten und geringe Abbruchquoten die Folge, dass die Hochschule für jeden Absolventen im Durchschnitt mehr Geld zur Verfügung hat.

Bei den Mitteln, die im Studienjahr pro Studierendem aufgewendet werden, liegt Deutschland im unteren Mittelfeld, bei den Mitteln pro Studienjahr und Absolvent auf Platz 4 in der Welt. "Diese Zahlen, die uns die Internationale Expertenkommission 'Wissenschaftsland Bayern 2020' Anfang April vorgelegt hat, zeigen, dass in Deutschland die Mittel für die Lehre noch nicht effektiv genug eingesetzt werden", sagte Goppel. Nach einer aktuellen Studie "Studienabbruchquote 2005" des Hochschul-Informations-System in Hannover erreichten derzeit von 100 deutschen Studienanfängern nur 75 einen Hochschulabschluss. "Auch wenn wir aufgrund anderer bundesdeutscher Vergleichszahlen und Rankings davon ausgehen, dass diese Quote in Bayern günstiger ist, ist die Zahl der Studienabbrecher auch bei uns viel zu hoch", sagte Goppel. Gleiches gelte für die Studienzeiten an den Universitäten, die in Bayern mit 11,9 Semestern im Schnitt zwar deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt (13,4 Semester) sind. Goppel: "Im internationalen Vergleich ist das aber immer noch zu lang."

Goppel hat deshalb beim Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung ein Konzept für die Studienfach-beratung in Auftrag gegeben, das jetzt vorliegt. Die Experten schlagen vor, die bisher schon vielfältigen Beratungsangebote in fachbereichsspezifische systematische Konzepte einzubinden, die auf die einzelnen Phasen im Studienverlauf zugeschnitten sind. Deutlich werde vor allem, so Goppel, dass eine professionelle Studienfachberatung Studierenden und Lehrenden gleichermaßen nütze. Studierenden soll in allen Stadien - also vom Übergang zwischen Schule und Hochschule über das Studium selbst bis zum Start in den Beruf - fachliche Rückmeldung aufgrund ihrer persönlichen, bisher gezeigten Leistung und Unterstützung angeboten werden. Da die meisten Studienfachberater zugleich in der Lehre tätig sind, können die Erfahrungen aus der Beratung auf kurzem Weg in die Lehre einfließen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Studienfachberatung ist, dass die Hochschulen über die Studien- und Lebenssituation der Studierenden und ihr Studierverhalten Bescheid wissen. Nur so können die Hochschulen "passgenaue" Angebote machen. Deshalb schlägt der Bericht "Fakultätsbefragungen" vor, mit denen auf freiwilliger Basis Aufschlüsse über die Studien- und Lebenssituation der Studierenden und ihr Studierverhalten möglich sein sollen. Goppel hat die Studie den Rektoren und Präsidenten der bayerischen Universitäten übermittelt und sie gebeten, die Vorschläge der Experten zu prüfen. Zugleich erinnerte der Minister daran, dass die Erträge aus Studiengebühren gezielt für die Verbesserung der Lehre eingesetzt werden.


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