Hamburg führt internationales Konsortium für europäisch-chinesisches Hochschulprojekt

Die Europäische Kommission und die Volksrepublik China wollen gemeinsam eine Europe-China School of Law (ECSL) in Peking errichten. Ein europäisch-chinesisches Konsortium bewirbt sich unter Leitung der Universität Hamburg.

10.09.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Die Europäische Kommission hat die Förderung dieses 35-Millionen Euro-Projekts ausgeschrieben. Projektbeginn ist 2008, die Laufzeit beträgt 5 Jahre. Die ECSL wird das größte internationale Projekt im Bereich der europäisch-chinesischen Rechtskooperation in den nächsten Jahren sein.

Der Universität Hamburg ist es gelungen, unter ihrer Führung ein breit aufgestelltes europäisches Konsortium zusammenzustellen. Beteiligt sind u.a. die Universitäten Madrid (Spanien), Bologna (Italien), Robert-Schuman Strasbourg (Frankreich), Sciences Po Paris (Frankreich), Lund (Schweden), Leuven (Belgien), Manchester (Großbritannien), Maastricht (Niederlande) sowie die Central European University (Ungarn) und Eötvos Lorand Universität (Ungarn) in Budapest und das Trinity College Dublin (Irland). Auf chinesischer Seite werden die beiden Pekinger Universitäten China University of Political Science and Law (CUPL) und die Tsinghua University mitwirken. Unterstützt wird das Konsortium u.a. von der Bucerius Law School, den Max-Planck-Instituten (Hamburg, Heidelberg, München und Freiburg), dem Europa-Kolleg Hamburg und mehreren europäischen Rechtsanwaltskanzleien.

An der ECSL in Peking soll ein zweijähriges Masterprogramm im Europarecht unterrichtet werden, das sowohl zum Erwerb eines chinesischen wie auch eines europäischen Mastertitels führen soll. In einem zweiten Modul sollen Professional Trainings im Bereich Rechtstaatsdialog für chinesische Richter, Staatsanwälte und Anwälte angeboten werden. Außerdem wird eine chinesisch-europäisches Forschungs- und Beratungsinstitut errichtet, dessen Aufgabe es ist, die Reformen der chinesischen Gesetzgebung akademisch und beratend zu begleiten.

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg und die Bundesregierung unterstützen die Bewerbung des Hamburger Konsortiums.

Die Europäische Kommission hat eine maximale Fördersumme von 17,7 Mio. € für das ECSL-Projekt (Projektbeginn: 2008, Laufzeit: 5 Jahre) ausgeschrieben. Die chinesische Seite beteiligt sich mit einer Sacheinlage in Höhe von 10 Mio. €. Weitere 7,58 Mio. € sind von den sich bewerbenden Konsortien zu erbringen. Die Finanzierung des Hamburger Konsortiums schlüsselt sich wie folgt auf: Der Senat beteiligt sich an der Finanzierung der Bewerbung mit 2,6 Mio. €, die Universität mit 1,2 Mio. € und die Bundesregierung mit 800.000 €. Weitere ca. 3 Mio. € werden von den internationalen Hamburger Konsortialpartnern erbracht.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger, PhD (Cornell): "Bereits die Bewerbung um ein so wichtiges EU-Projekt stärkt die internationale Sichtbarkeit und das Prestige des Wissenschaftsstandortes Hamburg und ist Ausdruck der besonderen Hamburger China-Kompetenz. Der Senat wird alles tun, um der Bewerbung zu einem Erfolg zu verhelfen."

Universitätspräsidentin Prof. Dr.–Ing.habil. Monika Auweter-Kurtz: "Dass es der Universität Hamburg gelungen ist, eine solche Vielzahl prominenter europäischer und chinesischer Partner für die Bewerbung um die ECSL zu gewinnen, zeigt, dass die Universität Hamburg in Europa als China-Kompetenzzentrum anerkannt ist."

Der Projektleiter und Dekan der juristischen Fakultät der Universität Hamburg Prof. Dr. Hans-Heinrich Trute: "Am Lehrprogramm der Europe-China School of Law werden sich bei einem Erfolg der Hamburger Bewerbung 15-20 Professoren der Universität Hamburg und 3-6 Professoren der Bucerius Law School beteiligen. Durch ihre Dozententätigkeit in China können diese wichtige Netzwerke und Kontakte mit gegenwärtigen und zukünftigen chinesischen Entscheidungsträgern knüpfen, die für Hamburg von großen Vorteil sein werden."


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