Hamburger Konsortium gewinnt EU-Ausschreibung um die Pekinger Europe-China School of Law

Ein unter Leitung der Universität Hamburg (UHH) stehendes Hochschulkonsortium konnte sich in einem mehrmonatigen Bewerbungsprozess erfolgreich gegen Mitbewerber aus Italien und Frankreich durchsetzen. Im Auftrag der Europäischen Kommission und der Volksrepublik China wird das Hamburger Konsortium nun die Europe-China School of Law (ECSL) in Peking errichten. Rund 25 Professorinnen und Professoren der Universität Hamburg, des Max Planck Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht und der Bucerius Law School werden an der neuen Eliteuniversität unterrichten und damit maßgeblich das Deutschlandbild und das Rechtsverständnis zukünftiger chinesischer Entscheidungsträger mitprägen. Mit einem Förderumfang von 35 Millionen Euro ist die ECSL im Bereich der europäisch-chinesischen Rechtskooperation in den nächsten Jahren eines der herausragenden EU-Projekte.

20.11.2007 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Nach dem Gewinn des Klimaclusters im Rahmen der Exzellenzinitiative ist der Hamburger Erfolg bei der Bewerbung um die europäisch-chinesische Rechtskooperation mit der Europe-China School of Law schon der zweite große Erfolg für den Wissenschaftsstandort Hamburg innerhalb weniger Wochen. Unter ihrer Führung konnte die Universität Hamburg für das Projekt ein breit aufgestelltes europäisches Konsortium zusammenstellen.

Beteiligt sind unter anderem die Universitäten Madrid (Spanien), Bologna (Italien), Robert-Schuman Strasbourg (Frankreich), Sciences Po Paris (Frankreich), Lund (Schweden), Leuven (Belgien), Manchester (Großbritannien), Krakau (Polen), Maastricht (Niederlande) sowie die Central European University (Ungarn), die Eötvos Lorand Universität (Ungarn) in Budapest und das Trinity College Dublin (Irland). Auf chinesischer Seite werden die beiden Pekinger Universitäten China University of Political Science and Law (CUPL) und die Tsinghua University mitwirken. Unterstützt wird das Konsortium dabei im Wesentlichen von der Bucerius Law School, den Max-Planck-Instituten (Hamburg, Heidelberg, München und Freiburg), dem Europa-Kolleg Hamburg und mehreren europäischen Rechtsanwaltskanzleien.

An der ECSL in Peking soll bereits ab 2008 ein zweijähriges Masterprogramm im Europarecht unterrichtet werden, das sowohl zum Erwerb eines chinesischen wie auch eines europäischen Mastertitels führen soll. In einem zweiten Modul sollen "Professional Trainings" im Bereich Rechtstaatsdialog für chinesische Richter, Staatsanwälte und Anwälte angeboten werden. Außerdem wird eine chinesisch-europäisches Forschungs- und Beratungsinstitut errichtet, dessen Aufgabe es ist, die Reformen der chinesischen Gesetzgebung akademisch und beratend zu begleiten.

Die Europäische Kommission finanziert das ECSL-Projekt mit einer maximalen Fördersumme von 17,7 Mio. Euro bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Die chinesische Seite beteiligt sich mit einer Sacheinlage in Höhe von knapp zehn Mio. Euro. Weitere 7,58 Mio. Euro werden von dem Gewinnerkonsortium als Eigenanteil erbracht und schlüsseln sich wie folgt auf: Der Senat beteiligt sich an der Finanzierung mit 2,6 Mio. Euro, die Universität mit 1,2 Mio. Euro und die Bundesregierung mit 800.000 Euro. Weitere knapp drei Mio. Euro werden von den internationalen Hamburger Konsortialpartnern erbracht.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: "Herzlichen Glückwunsch für die Universität! Der Gewinn der Europe-China School of Law ist ein weiterer Riesenerfolg der Universität Hamburg. Ich freue mich, dass der Prozess der Hochschulreform und Schwerpunktbildung Früchte trägt. Der Erfolg bei einem so wichtigen EU-Projekt stärkt die internationale Sichtbarkeit und das Prestige des Wissenschaftsstandortes Hamburg und ist Ausdruck der besonderen Hamburger China-Kompetenz. Zukünftig werden chinesische Entscheidungsträger durch Hamburger Professoren unterrichtet. Die hierbei entstehenden Netzwerke werden den Ruf Hamburgs als das deutsche und europäische China-Kompetenzzentrum weiter stärken. Der Senat hat die Hamburger Bewerbung sowohl in finanzieller, als auch politischer Hinsicht aktiv unterstützt."

Universitätspräsidentin Prof. Dr.–Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz: "Ich freue mich sehr darüber, dass das Konsortium unter Leitung der Universität Hamburg den Zuschlag für die ECSL erhalten hat. Dass es der Universität Hamburg gelungen ist, eine solche Vielzahl prominenter europäischer und chinesischer Partner für die Bewerbung um die ECSL zu gewinnen, zeigt, dass die Universität Hamburg in Europa als China-Kompetenzzentrum anerkannt ist. Der Ausbau unserer europäischen Vernetzung und die Kooperation mit China sind für die Internationalisierung der Universität Hamburg und für das Profil der Rechtswissenschaftlichen Fakultät von entscheidender Bedeutung."

Der Projektleiter und Dekan der juristischen Fakultät der Universität Hamburg Prof. Dr. Hans-Heinrich Trute: "Wir freuen wir uns über den großartigen Erfolg der Fakultät für Rechtswissenschaft und der Universität Hamburg als Koordinator eines Konsortiums aus herausragenden europäischen und chinesischen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Diese Entscheidung ist eine hohe Anerkennung für die Leistungen der Fakultät. Sie wird für uns ein Ansporn sein, die Europe China School of Law zu einer international anerkannten und exzellenten Einrichtung rechtswissenschaftlicher Forschung und Lehre zu machen. Eine spannende – und die Fakultät für Rechtswissenschaft weiter profilierende – Herausforderung liegt damit vor uns."


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