"Helmholtz 2020": Kooperation oder Führungsanspruch?
Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Jürgen Mlynek, hat sich für eine Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems ausgesprochen und die Stoßrichtung des Positionspapiers "Helmholtz 2020" verteidigt.
30.04.2013 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Weder wolle die Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Vorschlag, zukünftig Projektförderung zu betreiben, eine "Neben-DFG" werden noch strebe ein Helmholtz-Mitglied "einen übergeordneten Führungs- und Gestaltungsanspruch" an, so Mlynek in einem Interview, das exklusiv im Mai-Heft der Zeitschrift "Forschung & Lehre" erscheint: "Die außeruniversitären Einrichtungen wären ohne dynamische Universitäten sinnentleert. […] Uns bei Helmholtz, Leibniz, Max Planck oder Fraunhofer kann es auf Dauer nur gut gehen, wenn es den Universitäten gut geht". Allerdings sehe sich die Helmholtz-Gemeinschaft, so Mlynek weiter, noch stärker in der Verantwortung, bei Themen aus ihrem Kompetenzbereich "eine Koordinierungsrolle" zu übernehmen. Bei der Bearbeitung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wolle man auch als Projektförderer Akzente setzen.
Allen Versuchen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein exklusives oder auch nur bevorzugtes Abonnement auf Wissenschaftsthemen zur Verfügung zu stellen, erteilt demgegenüber der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Professor Dr. Bernhard Kempen, eine Absage. Die besondere Dimension der Gegenwartsprobleme, wie z. B. Klimaerwärmung, Energieversorgung oder demographischer Wandel, liege in ihrer fächerübergreifenden Vielschichtigkeit. "Der Umgang mit Fächervielfalt, Transdisziplinarität und Interdisziplinarität ist das Kerngeschäft der Universität, die Fähigkeit in meta-disziplinären Kategorien zu forschen und zu lehren, gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen der Universität", schreibt Kempen in der Mai-Ausgabe von "Forschung & Lehre".
Thema: Aus der Balance geraten?
Zur Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems
Wolfgang A. Herrmann: Im Kern verrottet?
Eine beinahe optimistische Betrachtung zur Zukunft der deutschen Universität
Ulrich Schreiterer: Forschung nur an Universitäten?
Amerika ist kein Vorbild
Ludwig Kronthaler: Vom Säulentempel zum vernetzten System
Die Sicht der Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Beiträge:
Jörn Loviscach: Weniger erzählen, mehr lehren
Vorlesungen in Zeiten von YouTube
Georg Krausch: Das "Mainzer Modell"
Qualitätssicherung und -entwicklung durch Systemakkreditierung
Besoldung: Beamtenbesoldung 2013/2014
Eine Länderübersicht
Forschung & Lehre 5/2013 erscheint am 30. April 2013. Auszüge der jeweils neuesten Ausgabe können Sie unter www.forschung-und-lehre.de lesen.
Keine Kommentare vorhanden