Forschungsindex

In der EU sind Baden-Württemberg und East of England die Regionen mit der höchsten FuE-Intensität

Im Vergleich mit 97 Regionen der EU (NUTS-1 Ebene 1)) belegten Baden-Württemberg und East of England im Jahr 2007 die Spitzenplätze im Forschungswettbewerb. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes investierten diese Regionen 4,4 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts in Forschung und Entwicklung (FuE). Dieser Indikator wird auch als FuE-Intensität 2) bezeichnet und dient zur Beurteilung des Innovationspotenzials einer Region oder eines Wirtschaftszweiges. Eine höhere FuE-Intensität wirkt sich im Allgemeinen mittel- und langfristig positiv auf das Wirtschaftswachstum einer Region aus.

04.05.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Forschung und Entwicklung findet in der Wirtschaft, den Hochschulen und in zum größten Teil öffentlich geförderten Einrichtungen außerhalb der Hochschulen statt. In Baden-Württemberg wurde die hohe FuE-Intensität maßgeblich vom Wirtschaftssektor getragen, auf den gut 80 Prozent der gesamten FuE-Ausgaben entfallen. Der Schwerpunkt der FuE-Aktivitäten liegt innerhalb dieses Sektors in den Wirtschaftszweigen Fahrzeug- und Maschinenbau. In der nordöstlich von London im Umfeld der University of Cambridge 3) gelegenen Region East of England befindet sich einer der erfolgreichsten High-Tech Cluster Europas. 4) Der aktuelle Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten dieses Gebiets - als "Silicon Fen" bezeichnet - liegt im Bereich der Biotechnologie, aber auch die Informations- und Nanotechnologie gewinnen hier zunehmend an Bedeutung. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen im Ranking auf NUTS-1 Ebene Regionen in Schweden und Finnland.

Diese beiden Länder belegen auch innerhalb der auf 27 Mitgliedsstaaten erweiterten Europäischen Union die Plätze eins und zwei im Forschungsranking mit einer FuE-Intensität von 3,6 Prozent bzw. 3,5 Prozent. Im Rahmen der Lissabon-Strategie haben sich die EU-Mitgliedsländer im Jahr 2000 für den Zeitraum bis zum Jahr 2010 eine FuE-Intensität von drei Prozent zum Ziel gesetzt. Schweden und Finnland hatten dieses Niveau bereits vor dem Jahr 2000 erreicht. Deutschland, im Jahr 1997 mit einer FuE-Intensität von 2,2 Prozent noch auf Platz 3 in der EU, wurde im Jahr 2007 mit einer FuE-Intensität von rund 2,5 Prozent 5) von den Ländern Dänemark (2,6 Prozent) und Österreich (2,5 Prozent) auf den Platz 5 verwiesen. Am Ende der Skala mit einer FuE-Intensität von unter einem Prozent liegen, mit Ausnahme von Griechenland, Länder wie Polen und Bulgarien, die erst nach der Erweiterung im Jahr 2004 und 2007 in die EU aufgenommen wurden.

Schaubilder zur Meldung unter www.statistik-bw.de/Pressemitt/2010141.asp

1) Die Gebietssystematik "Nomenclature des Unités Territoriales Statistiques" - kurz NUTS - ist eine Klassifikation der Regionen innerhalb der Europäischen Union zur Erstellung regional vergleichbarer Statistiken, die auf Verwaltungseinheiten basiert. Die NUT-1 Ebene entspricht in Deutschland den Bundesländern.
2) Die FuE-Ausgabenintensität - kurz FuE-Intensität - ist der Anteil der FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt eines Landes, einer Region oder eines Wirtschaftszweiges in Prozent.
3) Im Times Ranking der Hochschulen belegt diese Universität im Jahr 2009 weltweit den 2. Platz.
4) Siehe Kooperation international
5) 2008: 2,6%. Quelle: Statistisches Bundesamt (vorläufige Berechnungen).


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