Deutsches Studentenwerk

"Jedes Jahr ein Bildungsgipfel reicht nicht"

Zum heutigen Treffen von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit den Ländern in der Kultusministerkonferenz erklärt der Präsident des Deutschen Studentenwerks, Prof. Dr. Rolf Dobischat:

20.10.2011 Pressemeldung Deutsches Studierendenwerk

"Drei Jahre nach dem ersten ´Bildungsgipfel` von Bund und Ländern ist die hochschulpolitische Bilanz durchwachsen. Jedes Jahr einen Bildungsgipfel zu veranstalten, das reicht nicht, um die Herausforderungen und Probleme im deutschen Hochschulsystem zu lösen.

Die Hochschulpakte sind auf den Weg gebracht, aber dass neben den Studienplätzen nicht auch in die soziale Infrastruktur investiert wird, zuvorderst in zusätzliche Wohnheimplätze, bleibt ein strukturelles Defizit der Pakte.

Das BAföG wurde in den vergangenen drei Jahren zweimal erhöht, aber die jüngste Erhöhung im Jahr 2009 war von heftigen Dissonanzen zwischen Bund und Ländern begleitet. Das BAföG muss regelmäßig an die Preis- und Einkommensentwicklung angepasst, es muss regelmäßig erhöht werden. Darüber sollten Bund und Ländern einen Konsens finden.

Das deutsche Hochschulsystem ist nach wie vor sozial extrem selektiv. Von 100 Akademiker-Kindern studieren 71; von 100 Kindern aus Nicht-Akademiker-Haushalten sind es nur 24, die den Sprung an die Hochschule schaffen. Die soziale Öffnung der deutschen Hochschulen muss ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern werden, sie müssen eine gemeinsame Strategie entwickeln – vor dem nächsten Bildungsgipfel."


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