Knapp 100 Teilnehmer bei Mitteldeutscher Fachtagung zur Qualität der Lehre

"Auch wenn die Verringerung der Studienanfängerzahl als einfachster Weg gesehen werden könnte, schnell eine höhere Qualität im Studium zu erreichen, kann dies nicht in unserem Interesse sein. Wir brauchend noch mehr junge Menschen dringend als hochqualifizierte Fachkräfte in Wissenschaft und Wirtschaft", sagte Staatssekretär Dr. Knut Nevermann heute bei der Fachtagung "Exzellente Lehre - Brauchen unsere Hochschulen eine Qualitätsoffensive?", zu der das Wissenschaftsministerium nach Leipzig eingeladen hatte. Ebenso sei es kein geeigneter Weg, so Dr. Nevermann, dass sich Hochschulen auf Forschung oder Lehre konzentrierten bzw. ihre Professoren dazu anhielten, sich auf Lehre oder Forschung zu konzentrieren, "denn eine funktionierende Hochschule braucht die beiden Standbeine Forschung und Lehre, da sie sich gegenseitig befruchten und voranbringen."

24.11.2008 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange unterstrich heute im Vorfeld der öffentlichen Podiumsdiskussion zur Qualität der Lehre ihre Forderung nach einem "Pakt für die Studierenden", der vor allem die Verbesserung der Qualität der Lehre voranbringen müsse. "Eine Fortschreibung des Hochschulpaktes 2020 muss von der Prämisse ausgehen, dass es auf der einen Seite weiterhin um die Schaffung zusätzlicher Studienplätze geht, auf der anderen Seite aber ebenso um die Qualität des Studiums."

Bisher sähen sich viele Hochschulen vor dem Problem, einerseits den Bologna-Prozess und damit verbunden die Forderung nach qualitativer Verbesserung der Hochschulausbildung umzusetzen und andererseits dem Hochschulpakt Folge zu leisten, mehr Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufzunehmen. Es sei daher unabdingbar, in die Überlegungen zur Fortschreibung des Hochschulpaktes die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium vom Juli dieses Jahres mit einfließen zu lassen.

Für die dritte Runde der Exzellenzinitiative forderte die Ministerin, dass diese nicht mehr einseitig auf die Forschung ausgerichtet sein dürfe, sondern Qualitätskriterien für die Lehre beinhalten müsse. Die Qualität der Lehre müsse künftig stärker in die Bewertung von Zukunftskonzepten einbezogen werden, ebenso wie andere wissenschaftliche Kriterien, wie z. B. die Qualität der angewandten Forschung.


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