Konzept zur Stärkung der Agrarwissenschaften

Bayern stärkt die Agrarwissenschaften am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München. Wissenschaftsminister Thomas Goppel: "Für uns in Bayern, im Agrarland Nr. 1 in Deutschland, ist eine starke Agrarwissenschaft unverzichtbar. Mit dem Gesamtkonzept stellen wir die Weichen für moderne, leistungsstarke Agrarwissenschaften in Weihenstephan neu und sind damit der Zukunft dichter auf den Fersen als andere Standorte mit ihren Lehr- und Forschungsangeboten. Um unsere Initiative jetzt zu starten, war seinerzeit die mutige und weitsichtige Pionierleistung des Präsidenten der Technischen Universität München nötig, vor rund zehn Jahren in Weihenstephan aus drei Fakultäten auf Basis der Biowissenschaften einen neuen, effizienten Hochschulstandort wachsen zu lassen."

27.04.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Mit Bezug auf die aktuelle Presseberichterstattung bestätigte Goppel am Sonntag in München die heftige Konsensdebatte zwischen Wissenschafts- und Agrarseite. "Am Ende allerdings zählt allein das Ergebnis", in diesem Falle ein außerordentlich gutes. Goppel: "Wenn – wie beim Konzept zur Stärkung der Agrarwissenschaften – in der Sache das bestmögliche Ergebnis erzielt worden ist, halte ich ein Nachtarocken in den simplen Kategorien ´Gewinner´ und ´Verlierer´ für nicht angebracht. Sowohl die Wünsche der Agrarseite nach identitätsstiftenden Strukturmaßnahmen wie auch die der Universität, Insellösungen und eine Abkopplung vom übrigen Fächerspektrum der Technischen Universität München zu vermeiden, sind berücksichtigt." Das nun vorliegende Konzept stärke beide Ziele durch eine passgenaue Ergänzung der erfolgreichen und vom Wissenschaftsrat nachdrücklich befürworteten Strukturreformen der letzten Jahre am Wissenschaftsstandort Weihenstephan.

Die Agrarwissenschaften und der Standort Weihenstephan profitieren ferner von einem Neubau, der vor allem Flächen für die neuen Professuren schafft, daneben für derzeit unzureichend untergebrachte Lehrstühle mehr Platz garantiert. Goppel hob das Verantwortungsbewusstsein Wissenschaftsseite bei der Konsensfindung zur Neugestaltung des Wissenschaftszentrums Weihenstephan hervor: "Das nun vorliegende Konzept ist vor allem das konstruktive Werk von TU-Präsident Herrmann. Das macht ihm so schnell keiner nach, aus einer gewachsenen Struktur das Fundament für tragfähige Neuerungen zu bilden. Der Forschungsverbund- und Wissenschaftsstandort ist das einmalige am Studienstandort Weihenstephan und macht die Stärkung der Agrarwissenschaften hier erst zeitgemäß." Dass eine Weiterentwicklung erforderlich geworden sei, so Goppel, sei nicht nur der abnehmenden studentischen Nachfrage geschuldet, sondern auch den großen Zukunftsfragen der weltweit immens zunehmenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln und dem Umgang mit den Fragen einer nachhaltigen Bioenergiegewinnung. Beide Verhandlungspartner und die Agrarwissenschaften haben gewonnen, so der Minister. Goppel: "Der Wissenschaftsminister hat Grund, stolz auf die Verhandlungslinie seiner TU München zu sein, dankt aber auch den berufständischen Verbänden, an ihrer Spitze Gerd Sonnleitner, für ihren hartnäckigen Rat aus der Praxis sowie seinem Kabinettskollegen Josef Miller. Nunmehr gilt es, dass beide Seiten an der erfolgreichen Umsetzung des Konzeptes mitwirken."

Das Konzept zur Stärkung der Agrarwissenschaften, das am kommenden Dienstag erneut und abschließend dem Kabinett vorgelegt werden soll, sieht unter anderem vor, dass die Technische Universität München ein "Zentralinstitut für Agrarwissenschaften" errichtet. Dieses soll als identitätsstiftende Einrichtung für alle agrarwissenschaftlichen Professuren wirken und institutionell den systemwissenschaftlichen Ansatz widerspiegeln. Dazu sollen auch die agrarökonomischen Lehrstühle wieder dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan angegliedert und in einem eigenen Forschungsdepartment Agrarökonomie zusammengefasst werden. Für die vorhandenen agrarwissenschaftlichen Professuren in Weihenstephan gilt eine Bestandsgarantie. Zudem sollen zeitnah drei neue Professuren mit entsprechender Personalausstattung eingerichtet werden, zwei weitere bei steigender studentischer Nachfrage. Das Konzept sieht ferner vor, neue, attraktive Studien- und Weiterbildungsangebote – teilweise gemeinsam mit der Fachhochschule – zu schaffen. Dazu soll die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen am Standort Weihenstephan in Forschung und Lehre deutlich intensiviert werden. Hier ist die Errichtung einer hochschulübergreifenden wissenschaftlichen Einrichtung unter Beteiligung von Technischer Universität München und Fachhochschule und ein Kooperationsverbund mit der Landesanstalt für Landwirtschaft geplant.


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