Kümmert Euch um die Studierenden der ersten Generation!
- Wolf Wagner empfiehlt "first generation students" gegen Fachkräftemangel - Autor und Altrektor der FH Erfurt schreibt im neuen DSW-Journal des Deutschen Studentenwerks (DSW) - Beispiel RWTH Aachen: Zwei Drittel von 189 Professoren in MINT-Fächern haben als erste in ihren Familien studiert - Wagner: "Erste-Generation-Studierende in den USA gefeiert, in Deutschland vernachlässigt"
17.09.2010 Pressemeldung Deutsches StudierendenwerkFür Prof. Dr. Wolf Wagner, Bestsellerautor und ehemaliger Rektor der FH Erfurt, ist die Klage über fehlende Fachkräfte und insbesondere Ingenieurmangel absurd. Im neuen DSW-Journal des Deutschen Studentenwerks kritisiert er, "das wichtigste Reservoir für den Fachkräftenachwuchs" werde in Deutschland vernachlässigt, ja nicht einmal wahrgenommen: Studierende der ersten Generation.
Diese "first generation students", wie sie in den USA heißen, sind die ersten in ihren Familien, die studieren. Für sie müsse viel mehr getan werden, fordert Wagner.
Er zitiert in seinem Beitrag eine Studie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, bei der 189 Professoren der Ingenieurwissenschaften und der Informatik nach ihrem familiären Hintergrund befragt wurden. Ergebnis: Zwei Drittel von ihnen hatten als erste ihrer Familien studiert. Das sei repräsentativ für die so genannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Doch dieser klassische Bildungsaufstieg über MINT-Fächer werde zunehmen gebremst, kritisiert Wagner: "Deutschland verbaut sich mit seinem vor allem auf die Reproduktion der bestehenden Eliten ausgerichteten Bildungssystem seine Chancen auf den unabdingbar notwendigen Fachkräftenachwuchs, insbesondere den Ingenieurnachwuchs."
Als Gegenbeispiel führt Wagner die USA und Kanada an. Dort würden "first generation students" mit fast milliardenschweren Programmen gefördert. "In Deutschland geschieht dagegen nichts", stellt Wagner fest. In den USA und Kanada sei "first generation students" eine "zukunftsgewandte Bezeichnung voller Hoffnung und Stolz auf den erreichten Erfolg". In Deutschland gebe es nur das Unwort von den "bildungsfernen Schichten".
Wolf Wagners Beitrag auf den Seiten 14 und 15 dieses Downloads (44 Seiten): www.studentenwerke.de/pdf/DSWJournal_3_10.pdf
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