Kultusministerium unterstützt die Hochschulen bei ihrer Vorbereitung auf höhere Bewerberzahlen 2007

Das Jahr 2007 geht mit einer besonderen Herausforderung an das Schul- und das Hochschulsystem Sachsen-Anhalts einher, denn am Ende des kommenden Schuljahres werden mehr Abiturienten als im Vorjahr einen Studienplatz an einer der Hochschulen des Landes anstreben. Der Grund liegt in der Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur um ein Jahr, wie sie neben Sachsen-Anhalt auch eine Reihe weiterer Bundesländer beschlossen hat. Im Sommer 2007 werden die ersten Abiturienten nach zwölf Jahren – dann gemeinsam mit dem letzten Jahrgang des 13jährigen Systems – die Schule verlassen. Sachsen-Anhalt ist dabei insofern im Vorteil, als es das erste – und im kommenden Jahr das einzige – Land in Deutschland ist, in dem es einen doppelten Abiturjahrgang geben wird.

23.05.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Kultusminister Prof. Dr. Olbertz informierte gestern den Landesschulbeirat über Schritte der Landesregierung, die vorübergehend ansteigende Nachfrage nach Studien- und Ausbildungsplätzen zu bewältigen. "In der Koalitionsvereinbarung wurde verabredet, eine Verschärfung der Zulassungsbeschränkungen an den Hochschulen wegen des doppelten Abiturjahrganges zu vermeiden. Es muss sichergestellt werden, dass die Hochschulleitungen in der Lage sind, die hierfür erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen", sagte Olbertz.

Von den etwa 7900 zusätzlichen Abiturienten würde nach bisherigen Prognosen rund ein Viertel kein Hochschulstudium anstreben, und von den verbleibenden 6000 Studierenden beginne etwa die Hälfte nicht im Jahr des Erwerbs der Hochschulreife mit einem Studium. Da eine größere Anzahl von Studienberechtigten sich auch an Hochschulen anderer Bundesländer einschrieben, sei effektiv mit 1500 bis 2000 zusätzlichen Studierenden an den Hochschulen Sachsen-Anhalts zu rechnen. Hierfür entwickle das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit den Hochschulen gegenwärtig ein Konzept, das u.a. eine verstärkte Studienberatung bzgl. nicht ausgelasteter Studiengänge (z.B. in den Ingenieurwissenschaften oder im Lehramt für Sekundarschulen), zusätzliche Mittel für Lehraufträge und die Aufhebung von Wiederbesetzungssperren für freigewordene Stellen mit entsprechendem Mittelausgleich vorsieht. In Absprache mit dem Wirtschaftsministerium wird auch die Ausbildungsplatzoffensive des Landes für das kommende Jahr entsprechend angepasst, nicht zuletzt um Verdrängungseffekte zu Lasten der Sekundarschüler zu vermeiden.

Nach Olbertz käme es zeitgleich zu einer ersten Überlagerung des Problems mit der demographischen Entwicklung. "Es ist daher genau zu prüfen, wie sich die Nachfrage nach Studienplätzen in den letzten Jahren im Vergleich zur Steuerung der Hochschulkapazitäten im einzelnen entwickelt hat. Dazu brauchen wir u.a. Gewissheit über die Entwicklung der Auslastung der verschiedenen Studiengänge und aktuelle Möglichkeiten bzw. Grenzen der Kapazitätssteuerung durch die Hochschulen", so der Minister.

Der doppelte Abiturjahrgang ist auch Thema der derzeit laufenden Hochschulbesuche von Staatssekretär Dr. Valentin Gramlich. "Alle Hochschulen sind betroffen, aber nicht alle in derselben Weise. Um ein abgestimmtes Vorgehen im Land zu gewährleisten, wird die Bewerbersituation des kommenden Jahres noch vor dem Ende des Sommersemesters gemeinsam mit allen Hochschulrektoren eingehend beraten. Dort, wo es nötig ist, werden wir die Hochschulen dabei unterstützen, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen", kündigte Gramlich an.


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