Land fördert E-Learning mit 2,2 Millionen Euro

Mit insgesamt 2,2 Millionen Euro fördert das Land Rheinland-Pfalz den Einsatz von elektronischen Lehr- und Lernmethoden an den Hochschulen des Landes.

13.01.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, gab die sechs an den Hochschulen des Landes geförderten Vorhaben heute im Rahmen des Multimediaforums "E-Learning an Hochschulen in Rheinland-Pfalz - Strategien, Strukturen, Szenarien" an der Universität Koblenz-Landau in Koblenz bekannt. Eine hochkarätig besetzte Gruppe externer Gutachter hatte sich in zwei Bewerbungsrunden unter insgesamt 19 eingereichten Anträgen für sie entschieden.

"Die Einbindung von E-Learning-Konzepten in die Hochschullehre bietet vielfältige Chancen, die Lehrangebote zu verbessern", erläuterte Zöllner. Sie machten ganz neue Arten der Wissensvermittlung, der Betreuung von Studierenden und der hochschulübergreifenden Kooperation möglich. Lehrangebote könnten zeitlich und räumlich flexibler gestaltet werden. Dies zeigten die vielfältigen E-Learning Angebote, die bereits an den Hochschulen existierten.

Der Minister stellte klar, dass es nicht um eine völlige Virtualisierung der Lehre gehe: "Ich bin überzeugt, dass E-Learning herkömmliche Studienformen nicht ersetzen kann. Ich bin aber ebenso überzeugt, dass herkömmliche Studienformen ohne E-Learning-Nutzung keine Zukunft haben werden."

Nur auf der Basis systematischer Organisations- und Entwicklungskonzepte könnten die Potenziale, die E-Learning als Ergänzung herkömmlicher Studienformen biete, voll ausgeschöpft werden. Deshalb sei die Förderung für die Hochschulen mit der Auflage verbunden, hochschulweite Medienentwicklungspläne zu erarbeiten. "Dieses Förderprogramm gibt der Diskussion um die richtigen langfristigen Strategien für den Einsatz von E-Learning an den Hochschulen neuen Schub", freute sich Zöllner.

Gefördert werde der Aufbau von Service- und Dienstleistungsangeboten, mit denen die Hochschulmitglieder bei der Entwicklung, dem Einsatz und der Nutzung von E-Learning-Angeboten unterstützt würden. Damit solle erreicht werden, dass über die technisch versierten Pioniere hinaus eine größere Zahl von Hochschullehrenden E-Learning-Szenarien umsetzen könne.

Außerdem würden elektronische Angebote mit Modellcharakter unterstützt. Diese positiven Beispiele sollten Andere animieren, über eigene Einsatzmöglichkeiten von E-Learning nachzudenken.

Zöllner bedankte sich bei den Gutachtern für ihre Bereitschaft, die Zeit raubende Aufgabe zu übernehmen. "Ihr Engagement und Ihre Erfahrung sind die Basis für den Erfolg der Fördermaßnahme", sagte der Minister. Der Gutachtergruppe gehörten Professor Dr. Thomas Ottmann vom Institut für Informatik der Universität Freiburg, Professor Dr. Rolf Schulmeister vom Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik (IZDH) der Universität Hamburg sowie Dr. Joachim Wedekind vom Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen an.

Gefördert werden folgende Vorhaben:

  1. Das Projekt der Fachhochschule Trier zielt darauf ab, die Hochschullehrenden gezielt in den Bereichen (1) Lehr- und Lernmanagement, (2) Hochschuldidaktik und eCompetence, (3) Mediengestaltung und Medienkommunikation, (4) Online/Realtime-Präsentation und Kommunikation sowie (5) Informations-, Kommunikations- und Medientechnik zu unterstützen. Damit soll systematisch ein hochschulweiter Einsatz neuer Medien in der Lehre, der Weiterbildung und in der Forschung erreicht werden. Das Projekt baut auf zahlreichen bereits vorhandenen Einzelaktivitäten im Bereich des E-Learnings auf. Durch den Aufbau dauerhafter Organisations- und Managementstrukturen soll das Vorhaben langfristig abgesichert werden.

  2. Der Verbundantrag der Fachhochschulen Bingen, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Worms sowie des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz beinhaltet Maßnahmen zur gezielten Förderung der E-Learning-Kompetenzen der Hochschullehrenden, um so bestehende Akzeptanz- und Anwendungsbarrieren abzubauen. Außerdem sollen an den Hochschulen zentrale Unterstützungseinrichtungen etabliert werden, die den Hochschullehrenden bei der Entwicklung von E-Learning-Veranstaltungen helfen sollen. Die Einrichtungen sollen miteinander vernetzt werden, um Austausch und Kooperation zu Organisieren.

  3. Ein interessantes Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von E-Learning in technischen Disziplinen stellt das Vorhaben der Fachhochschule Kaiserslautern dar. Die Fachhochschule verfügt über modernste Laborräume zur Praxisausbildung in der Mikrosystemtechnik. Ein Ausbildungskonzept, das E-Learning-Module und Laborpraktika kombiniert, soll auch anderen Hochschulen die Nutzung dieser hervorragenden Infrastruktur gegen eine Nutzungsgebühr ermöglichen und so auch einen Beitrag zur Finanzierung der teuren Laboreinrichtungen leisten. Mit Hilfe von E-Learning-Modulen soll den Studierenden der Umgang mit den hochempfindlichen und teuren Maschinen nahe gebracht werden. Dies vermindert bei den anschließenden Laborpraktika die Einarbeitungszeiten und Fehlbedienungen. Partnerhochschulen in diesem Vorhaben sind die Fachhochschule Aachen sowie die Universität des Saarlandes.

  4. Eine E-Teaching-Produktions- und -Support-Einheit soll an der Technischen Universität Kaiserslautern entstehen, die die Lehrenden bei der Entwicklung von E-Learning-Angeboten berät und sie bei der Herstellung von multimedialen Lehreinheiten unterstützt. Die Produktions- und Supporteinheit soll mit anderen relevanten Einrichtungen der Hochschulen - Rechenzentrum, Bibliothek, Verwaltung - vernetzt werden, um E-Learning-Angebote umfassend in die Hochschule zu integrieren. Aus eigenen Mittel will die TU Kaiserslautern einen Fonds zur Unterstützung von E-Learning-Projekten bereitstellen und einen jährlichen Preis für den besten E-Learning-Ansatz vergeben.

  5. An der Universität Trier sollen mit den Fördermitteln eine Teleteaching-Einheit und ein Digitalisierungsservice eingerichtet werden. Die Teleteching-Einheit ermöglicht den Austausch von Lehrveranstaltungen zwischen der Universität Trier und Partnerhochschulen im In- und Ausland durch Live-Übertragungen und Vorlesungsaufzeichnungen. Die Digitalisierungseinheit soll systematisch bedeutende Lehrmaterialien, die als Bücher, Mikrofiche, Kartenmaterial oder ähnliches vorliegen, multimedial aufbereiten und so für die Nutzung in E-Learning-Konzepten zugänglich machen.

  6. Beratung bei der didaktischen Konzeption und Evaluation von E-Learning-Angeboten soll ein geplantes "Kompetenzzentrum Mediendidaktik" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz leisten. Lehrende sollen individuell unter Berücksichtigung fach- und disziplinenspezifischer Aspekte beim effektiven Einsatz neuer Medien unterstützt und begleitet werden. Das Kompetenzzentrum soll mit anderen zentralen Einrichtungen vernetzt und koordiniert werden, die sich mit E-Learning beschäftigen, wie dem Zentrum für Datenverarbeitung und der Bibliothek.


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