Land fördert lebenswissenschaftliche Innovationsplattform mit 37 Mio Euro

Am Technologiezentrum in Dortmund entsteht ab März eine lebenswissenschaftliche Innovationsplattform, deren tragende Säule ein neues Max-Planck-Zentrum für Systembiologie sein wird.

31.01.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Plattform bündelt bislang isoliert betriebene Ansätze der Lebenswissenschaften und soll sowohl Grundlagenforschung betreiben als auch die dort gewonnenen Erkenntnisse in die Entwicklung neuer pharmazeutische Produkte und Therapien umsetzen. Das Land Nordrhein-Westfalen wird mit Unterstützung der EU das Projekt bis Mitte 2008 mit insgesamt 37 Millionen Euro unterstützen. Dies gaben Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Innovationsminister Andreas Pinkwart heute in Düsseldorf bekannt.

Die Innovationsplattform, die konzeptionell von Wirtschafts- und Innovationsministerium gemeinsam vorbereitet wurde, bezeichneten Thoben und Pinkwart als "Musterfall für erfolgreiche Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft". Die Wissenschaft erwartet, dass die Forschung in Dortmund neue Ansatzpunkte für Therapien gegen Krankheiten wie HIV, Alzheimer, Krebs und Parkinson liefern kann und sich Entwicklungszeiten für Medikamente verkürzen. "Vor allem die direkte Kooperation der Grundlagenforschung mit der Wirtschaft ist hier vorbildlich. So können mögliche Anwendungen und Probleme direkt überprüft werden. Das ist sehr zielorientierte Forschung", sagte Pinkwart.

Ministerin Thoben sagte, damit erhöhe das Technologiezentrum Dortmund seine Attraktivität für neue Biotech-Unternehmen deutlich: "Wir sehen eine große Chance, dass sich sowohl aus der Plattform Unternehmen ausgründen als auch neue von außen ansiedeln. Die Sogwirkung dieses Projekts für neue, hoch innovative und zukunftssichere Arbeitsplätze kann erheblich sein."

Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 47 Millionen Euro sei ein "hervorragendes Beispiel für ein Projekt im Ruhrgebiet, das vom Land wegen seiner Exzellenz gefördert wird", sagten Thoben und Pinkwart. Erfolg und Nachhaltigkeit seien hier besonders vielversprechend, weil bereits vorhandene Stärken der Region Dortmund/Bochum ausgebaut würden. Diese Stärken und die Kooperationsmöglichkeiten mit den Universitäten Bochum und Dortmund haben auch die Max-Planck-Gesellschaft davon überzeugt, das bereits in Dortmund vorhandene Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie mit einem so großem Engagement zu erweitern.

"Dortmund als Standort für Pharmazie, Biotechnologie und Bioinformatik hat damit die große Chance, in diesen Feldern in die internationale Spitze aufzuschließen", sagte Pinkwart. Gerade der ganzheitliche Forschungsansatz durch die vielen starken Partner in Dortmund suche seinesgleichen. Die Wissenschaft gehe in immer mehr Feldern interdisziplinäre Zusammenarbeiten ein: So sei es wichtig, molekulare Prozesse an lebenden Zellen und die Auswirkung auf den Gesamtorganismus gemeinsam zu betrachten, z.B. um direkt im Forschungsprozess Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen zu erhalten. "Mit diesem Ausbau des Standorts Dortmund sind wir bestens vorbereitet, um die erwarteten enormen Wissenszuwächse in den Lebenswissenschaften für uns nutzbar zu machen und NRW hier einen Spitzenplatz zu sichern", sagte Pinkwart.

Der Innovationsminister nannte den Aufbau der lebenswissenschaftlichen Innovationsplattform "einen weiteren wichtigen Schritt, um durch zusätzliche überregionale Forschungseinrichtungen die Attraktivität des Forschungsstandorts NRW nachhaltig zu steigern". Außerdem äußerte er die Hoffnung, dass sich die Ausgangsposition für Nordrhein-Westfalen erheblich verbessert habe, das bundesweit erste Max-Planck-Institut für Systembiologie zu erhalten, falls dieses ausgeschrieben wird.

Die lebenswissenschaftliche Innovationsplattform besteht aus drei Zentren:

  • Das neue Max-Planck-Zentrum für Systembiologie ist die tragende Säule der Plattform. Die dortige Forschung führt die verschiedenen Erkenntnisse und Technologien zusammen und entwickelt aussagekräftige Modelle für die Integration der bislang getrennt betrachteten Ansätze.

 

  • Im Zentrum für chemische Genomik werden Wissenschaftler der Pharmaindustrie und des Dortmunder Max-Planck-Instituts für Molekulare Physiologie gemeinsam Grundlagen für neue Arzneimittel erforschen.

 

  • Im Zentrum für angewandte Proteomik werden in enger Kooperation mit der Wirtschaft Methoden der Proteinanalytik und Protein-Bio-Chips anwendungsnah weiterentwickelt.

Die drei Zentren werden eingerichtet in Räumlichkeiten des BioMedizinZentrums des Technologiezentrums Dortmund.


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