Lehre und Studium on demand

(bikl/idw) Haben Studierende einmal eine Vorlesung verpasst oder wollen sie sich vor einer Prüfung noch einmal gezielt auf ein bestimmtes Thema vorbereiten, bleibt ihnen dafür heute nicht nur der Weg in die Bibliothek oder das Skript eines Kommilitonen. Immer öfter lassen sich ganze Vorlesungsreihen auch als "Video on demand" im Internet finden und damit jederzeit an fast jedem Ort abrufen.

12.02.2007 Artikel
  • © osotis.com

Da der Fundus an verfügbaren Video-Mitschnitten in rasantem Tempo wächst, "braucht es geeignete Werkzeuge, um die Inhalte ausfindig zu machen, die für mich relevant sind", sagt Jörg Waitelonis vom Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Um nicht nach der berühmten Nadel im Heuhaufen suchen zu müssen, haben Waitelonis und seine Kollegen die Suchmaschine "Osotis" entwickelt. "Osotis" fahndet automatisch nach Schlüsselwörtern in Multimediadateien. "Wie bei einer Internetsuchmaschine gibt der Nutzer ein Schlagwort ein und Osotis liefert eine Liste von relevanten Abschnitten", erläutert Waitelonis.

"Osotis" ist eines der beiden Projekte, die von der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf der diesjährigen "Learntec" in Kralsruhe präsentiert wird. Bereits jetzt können Interessenten eine Beta-Version testen.

Den neuen Möglichkeiten des globalen Informations- und Wissensaustausches und der wachsenden Zahl von Publikationen in digitaler Form trägt auch das zweite Jenaer Projekt auf der "Learntec" Rechnung. Die University Multimedia Electronic Library - kurz "UrMEL" - erschließt und präsentiert nicht nur elektronische Dokumente, wie etwa Video Streams oder digitalisierte Texte. "Auch historische Dokumente werden in zunehmendem Maße digitalisiert und so für die Nachwelt erhalten", sagt Michael Lörzer, Leiter der Abteilung für Informationsmanagement und Informationssysteme der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB). Von Hochschuldokumenten, wie Dissertationen, Examensarbeiten und Forschungsberichten, über historische Zeitschriften bis zu wertvollen Beständen aus Archiven und Handschriftensammlungen reicht das Spektrum der bis dato in "UrMEL" erschlossenen Daten.

Interessanert sind insbesondere die elektronischen Semesterapparate, die Hochschullehrer mit "UrMEL" für ihre Studenten aufbauen können. "Unter einer bestimmten URL finden die Studierenden dann alle für das Semester relevanten Materialien und Informationen", so Michael Lörzer. Das reiche von einer Liste der im Lesesaal bereitgestellten Bücher, über Volltexte von Zeitschriftenaufsätzen und Auszügen aus Büchern, Vorlesungsvideos und E-Books bis zu relevanten Weblinks.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden