Leopoldina: Stimme deutscher Wissenschaft weltweit

Aus der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina wird die Nationale Akademie der Wissenschaften. Damit erhält Deutschland eine unabhängige Institution, die Politik und Gesellschaft wissenschaftsbasiert berät. Was bleibt ist der Name: Leopoldina.

14.07.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Nationale Akademie wird außerdem die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien repräsentieren. "Politik und Wissenschaft müssen einen kontinuierlichen Dialog führen", betonte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Dafür brauche man eine nationale Akademie in Deutschland.

In einem Festakt übertrug die Forschungsministerin der weltweit ältesten existierenden naturwissenschaftlich-medizinischen Akademie offiziell die Aufgaben und Funktion einer Nationalakademie.

Wissenschaftliche Politikberatung

Die Leopoldina wird wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen identifizieren und sie nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für Politik und Öffentlichkeit beschreiben. Dabei wird die Bandbreite der Fragestellungen groß sein. Interdisziplinäre Fragen wie die Herausforderung des demografischen Wandels werden genauso die Agenda bestimmen wie die Resistenz von Antibiotika.

Je nach tagesaktuellem Bedarf kann die Leopoldina ihre Stellungnahmen innerhalb weniger Tage anfertigen. Das kann wichtig sein bei der kurzfristig angekündigten Novellierung eines Gesetzes oder einer plötzlich auftretenden Gefahrensituation.

Es gehe darum, den Stand der Wissenschaft darzustellen, nicht aber fertige Blaupausen abzuliefern, sagte der Leiter der Leopoldina, der international anerkannte Virologen Professor Volker ter Meulen.

Kooperation mit anderen Wissenschaftseinrichtungen

Die Leopoldina wird mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen eng zusammen arbeiten. Wichtigste Partner sind die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) und die neu gegründete Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) sowie die deutschen Wissenschaftsorganisationen.

"Die Stärken der deutschen Wissenschaftseinrichtungen sollen durch die Kooperationen optimal gebündelt werden und gleichzeitig soll dort, wo es sinnvoll ist, auf die besonders ausgeprägte Expertise einzelner Einrichtungen zurückgegriffen werden", sagte Schavan

Die BBAW bringt ihre Kompetenz auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften ein, während acatech in den Technikwissenschaften besonders ausgewiesen ist.

Repräsentantin der deutschen Wissenschaft

Die Leopoldina wird die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in internationalen Gremien repräsentieren, in denen auch andere Länder durch ihre Akademien vertreten sind. Gleichzeitig wird sie eine Koordinierungsplattform für andere Akademien und Organisationen bieten. Damit kann die Akademie vor der Weltöffentlichkeit die Leistungsfähigkeit der deutschen Wissenschaft sichtbar machen.

Finanziert wird die Akademie zu 80 Prozent durch den Bund. 20 Prozent der Kosten trägt das Land Sachsen-Anhalt.

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Die Leopoldina wurde 1652 in der Freien Reichsstadt Schweinfurt gegründet und 1687 mit den Privilegien einer Reichsakademie ausgestattet. Seit 1878 ist Halle (Saale) Sitz der Leopoldina. Sie hat heute etwa 1.300 Mitglieder, darunter mehr als 30 Nobelpreisträger.

Kontext:
Leopoldina
Schavan: Ein Forum für die Spitzenforschung


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden